… ein versprochener Crash-Kurs.

Oder: wie man durch das Bewältigen herausfordernder Situationen den Selbstwert findet.

In dieser Geschichte handelt es sich um einen ganz spezifischen, schnell durchgeführten Einschulungskurs in die EDV und das IT-Business. Das war 2002. Kein Tippfehler!

Ich war gerade dabei, mich beruflich zu verändern. Über neun Jahre war ich in der Lederwaren- und Reisegepäck Branche tätig gewesen und hatte nach Erreichen meines Meistertitels und später Einkaufsleitung eines renommierten Fachgeschäftes in Graz in diesem Fach – zumindest zu dieser Zeit – meinen Zenit erreicht. Ich wollte mehr lernen und vor allem sah ich, dass die elektronische Datenverarbeitung und Informationstechnologie die Zukunft waren. Eine neue Herausforderung. Ein neues Ziel.

Details auslassend, bewarb ich mich von heute auf morgen für eine Stelle als Backoffice Manager in einem kleinen IT-Betrieb und obwohl ich „keinen blassen Schimmer“ hatte und dies auf offen und ehrlich zugab bei meinem Vorstellungsgespräch, war mein Veränderungswunsch anscheinend so überzeugend, dass ich die Stelle bekam.

Ich war hin und weg. Es hat mich fast umgehauen. Es war einfach der Wahnsinn, so happy, war ich. Bei meinem nächsten Gespräch mit meinem zukünftigen Chef, erwähnte ich nochmals meine Unkenntnis – mehr oder weniger über alles, was ich hier zu tun hätte, aber er meinte nur, dass ich mir keine Sorgen machen müsse, jetzt zähle einmal Persönlichkeit und Einstellung zum Job und ich bekäme ohnehin einen Crashkurs mit seiner Hilfe.

1. März 2002. Ich startete.

Telefonjobs, Ablagejobs, Geschäftspartner empfangen. > Wann bekomme ich meine Einschulung? – Später. Seminare koordinieren, Buchhaltungs- und Finanzunterlagenvorbereitung, Angebotsformulierung und Rechnungslegung. Wie war das mit der Einführung ins IT-Business? – Derzeit geht es nicht. Eventmanagement, Marketingstrategien, Content-Management, Fotobearbeitung.  Der Sprung ins kalte Wasser war gelungen. Brrrrr…

Viele Jahre habe ich mit meinem nun Ex-Chef und inzwischen sehr guten Freund Mag. Robert Z. zusammengearbeitet und enorm viel gelernt. Technisch, menschlich, Freude und auch Frust. Wie das so ist. Eines habe ich allerdings nie bekommen – meinen ganz persönlichen Crashkurs. Auf den warte ich noch immer…

Mittlerweile weiß ich, dass diese Art des Lehrgangs, nämlich „Learning by Doing“ der beste meiner Karriere war. Auf sich selbst verlassen, Intuition und Talent folgen und gesunden Menschenverstand walten lassen. Unbezahlbare Lektionen im praktischen Leben.

Selbstwert ‚erfährt‘ man durch Erfahrung und sich den Dingen zu stellen müssen.

Danke Robert!


… a promised crash course.

Or: how to find self-worth by coping with challenging situations.

This story is about a very specific, quick training course in EDP and IT business. That was in 2002. No typo!

I was just about to change my career. I worked in the leather goods and luggage industry for more than nine years and had reached my zenith in this field – at least at that time – after achieving my master’s degree and later purchasing management of a renowned specialized shop in Graz. I wanted to learn more and most of all I saw that electronic data processing and information technology were the future. A new challenge. A new goal.

Leaving out details, I applied overnight for a position as a back-office manager in a small IT company and although I had „no clue“ and admitted this openly and honestly during my interview, my request for change was apparently so convincing that I got the job.

It almost blew me away. It was just amazing; I was so happy. In my next conversation with my future boss, I acknowledged my ignorance again – more or less about everything I had to do here, but he just said that I don’t have to worry, right now it’s my personality and attitude to the job that count and that I would get a crash course with his help anyway.

March 1st, 2002. I started.

Telephone jobs, filing jobs, meeting business partners. > When do I get my enrollment again? – Later. Coordinating seminars, preparing accounting and financial documents, formulating offers and accounting. How about that introduction to IT business? – It doesn’t work right now. Event management, marketing strategies, content management, photo editing. The jump into the deep end was done. Brrrrr …

For many years I worked with my now ex-boss and very good friend, Mag. Robert Z. and learned a lot. Technical stuff, human, joy and also frustration. Just how it is. However, I never got the one thing – my very own crash course. I’m still waiting for it…

I now know that this type of course, namely “Learning by Doing”, was the best of my career. Rely on yourself, follow intuition and talent, and use common sense. Priceless lessons in practical (business) life.

You learn self-worth through experience and having to face things.

Thanks Robert!

2 Antworten auf “… ein versprochener Crash-Kurs.”

  1. Wieder eine Geschichte, die zum Nachdenken inspiriert. Selbst mich, der ähnliche Erzählungen gefühlte 100 Mal selbst gehört hat (sowohl privat, als auch berufsbedingt).
    Und ich beginne, gerade in Zeiten wie diesen, diese Generation der Überlebenden zu vermissen.
    Sie wäre nämlich ein lebendes Beispiel für die heutigen Generationen, wie man Krisen überwinden kann und was rauskommt, wenn rücksichtsloser Egoismus und Schuldzuweisungen das Denken und Handeln bestimmen.
    Reingard, weiter so. Und ein geruhsames Wochenende!
    Karl-Heinz

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    1. Lieber Karl-Heinz – vielen Dank für Dein sehr geschätztes Kommentar und die Zeit dafür. Solange es Menschen gibt, die meinen, dass alle anderen für ihren Erfolg zuständig sind und nicht von sich aus „zupacken“, werden viele Probleme lange auf Lösungen warten müssen – und wir mit ihnen. Ich wünsche Dir auch ein schönes Wochenende und viele Inspirationen, die Du ja immer wieder sehr ansehnlich zeigst, um hoffentlich viele noch zu Inspirierende anzusprechen! Lieben Dank, alles Liebe, Reingard

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