… eine gewollte, aber ungeplante Heirat.

Oder – Besser hätten wir es nicht planen können.

Im Frühling 2012 war ich wieder einmal für einige Zeit in den Vereinigten Staaten. Gemeinsam mit Mark kümmerte ich mich um seine Mutter Jeanne, die mit ihren 84 Jahren und einigen körperlichen Gebrechen immer mehr Unterstützung benötigte. 

Im Laufe meines Aufenthaltes in Colorado, besorgten Mark und ich das eine oder andere für unsere Heirat, auch wenn wir noch nicht genau wussten, wann wir diesen Schritt gehen würden. Seit gut zwei Jahren waren wir verlobt; wir wollten heiraten – aber wir wollten es auch an einem besonderen Ort tun. 

Irgendwie verging die Zeit so schnell und wichtiger als unsere Heirat war uns ein kurzer Wanderurlaub, um abzuschalten, bevor ich wieder nach Europa flog. Heirat konnte warten. Wir waren seit Jahren beisammen. Würde sich überhaupt viel ändern? 

Also machten wir uns auf den Weg mit unserem Jeep und blieben in Colorado, um den Rattlesnake Canyon zu finden, den wir durchqueren wollten. Es war Mitte Mai, trocken, staubig und heiß in dieser Halbwüste. Den Canyon haben wir nicht gefunden, aber ein paar schöne Wandertage. Auf dem Weg zurück in unsere Haus in den Rocky Mountains, blieben wir eine Nacht in Glenwood Springs. Einem Erholungsort mit Heiltherme, Hotels und guten Restaurants.

Und einem „Court of Justice“.

Glenwood Springs gefiel uns beiden extrem gut, und so suchten wir letzteren auf, um zu sehen, ob wir hier heiraten könnten. Kleid und Anzug waren zwar zu Hause, aber wegen einer Heiratslizenz fragen kann man ja einmal…

Am selben Tag war es zu spät, teilte uns eine Mitarbeiterin, die gerade aus dem Gebäude kam mit, aber am nächsten Morgen wäre das sicher kein Problem. Gut gelaunt gingen wir ins Pub und beschlossen, das am nächsten Tag zu tun. 

Um 10 Uhr gingen wir zurück und nach der Sicherheitskontrolle in der Halle, wo ich meine Wanderschuhe genauso durch den Scanner schicken musste wie meinen Rucksack gleich wie am Flughafen, gingen wir in den zweiten Stock, zum erwähnten Schalter.

Niemand war da. Wir betätigten die Klingel.

Und da kam sie. Pamela Burns. Ich werden den Namen niemals vergessen. Eine kleine rundliche Dame schlenderte um die Ecke und begrüßte uns freundlich. Da standen wir also in unseren Wanderausrüstungen in Jeans, Shirt und karierter Bluse, Wanderschuhe und Rucksack.

Wir hätten gerne eine Heiratslizenz.“, sagte Mark. „Wann wollt Ihr den heiraten? Heute?“ war die freundliche Rückfrage. Mark und ich sahen uns an mit dem Blick – „Ja, warum eigentlich nicht?“ 

Miss Burns freute sich und meinte, dass der Friedensrichter gerade keine Zeit habe, aber wenn sie als Zeugin für uns ausreichte, dann könnten wir das gleich mit ihr machen. Wir fanden sie sehr sympathisch, und so stiegen wir sofort darauf ein. 

Wir plauderten ein bisschen, während wir die Unterlagen ausfüllten, und ich dann sogar die Heiratsurkunde. Stellte sich heraus, dass Miss Burns’ Vorfahren aus Österreich stammten. So ein Zufall.

Nach rund 20 Minuten und einem sehr netten Austausch mit unserer Trauzeugin, war alles vorüber, und wir hätten es uns nicht besser vorstellen können. Keiner von uns beiden wollte je eine große Hochzeit mit viel Tamtam. Jetzt waren wir verheiratet und happy. 17. Mai 2012.

Wir verließen das Gebäude. Irgendwie sahen an diesem Tag alle Leute glücklich aus.

Zum Mittagessen war es zu früh. Also gingen wir, um uns einen schönen Kaffee zu besorgen. Ein Kaffee zum Feiern. Mit allem Drum und Dran und Schnick-Schnack. Fast 8 Dollar das Stück von einem spezialisiertem Coffee Shop. 

Wir traten auf die Straße, gingen ein paar Schritte und mit unserem Cups-to-go stießen wir auf das freudige Ereignis an.

Fast geschockt sahen wir uns an. Der Kaffee war so grauenhaft, dass wir ihn nach gegenseitiger Zustimmung in den nächsten Abfallcontainer warfen. Das hätte ich früher nie gemacht, was Mark auch wusste, und er meinte rund 30min nachdem wir verheiratet waren:

„Wahnsinn! Du hast Dich schon komplett verändert!“


… a wanted but unplanned wedding.

Or – We couldn’t have planned it better.

In the spring of 2012, I was in the United States again for some time. Together with Mark, I looked after his mother Jeanne, who, at 84 years of age and with some physical ailments, needed more and more support.

During my stay in Colorado, Mark and I got a thing or two for our marriage, even though we didn’t know exactly when we would take this step. We had been engaged for a good two years’ time; we wanted to get married – but we also wanted to do it in a special place.

Somehow, we were running out of time and more important than our marriage was a short hiking holiday to recharge the batteries before I flew back to Europe. Marriage could wait. We’d been together for years. Would there change a lot ?

We drove out in our Jeep and stayed in Colorado to find the Rattlesnake Canyon that we wanted to hike. It was mid-May, dry, dusty and hot in this semi-desert. We didn’t find the canyon, but we did have a couple of nice hiking days. On the way back to our home in the Rocky Mountains, we stayed one night in Glenwood Springs. A resort with a thermal bath, hotels and good restaurants.

And a “Court of Justice”.

We both liked Glenwood Springs extremely, so we went to see the latter to find out if we could get married here. Dress and suit were at home, but we could ask about a marriage license …

On the same day it was too late, said a member of staff who just came out of the building, but the next morning it would certainly be no problem. In a good mood we went to the pub and decided to go for it the next day.

At 10 o’clock we went back and after the security check in the hall, where I had to send my hiking boots through the scanner as well as my backpack just like in an airport, we went to the second floor, to the counter mentioned.

Nobody was there. We rang the bell.

And there she came. Pamela Burns. I will never forget the name. A stocked little lady strolled around the corner and greeted us warmly. Here we stood in our hiking gear in jeans, shirt and checked blouse, hiking boots and backpack.

We’d like a marriage license.,“ said Mark. “When do you want to get married? Today?”, was the friendly question. Mark and I looked at each other with the look – „Yes, why not?

Miss Burns was happy and said that the judge had no time right now, but if she was enough as a witness for us, we could do get married through her right now. We found her very personable, and so we got on straight away.

We chatted a little while filling out the papers and then I even got fill out the marriage certificate. It turned out that Miss Burns’ ancestors came from Austria. What a coincidence. 

After about 20 minutes and a very nice exchange with our ‘maid of honor’, it was all over and we couldn’t have imagined it any better. Neither of us ever wanted a big wedding with a lot of fanfare. Now we were married and happy. May 17th, 2012.

We left the building. Somehow all people looked happy that day. It was too early for lunch. So, we went to get a nice coffee. A coffee to celebrate. With all the trimmings and bells and whistles. Almost $ 8 each from a specialized coffee shop.

We stepped out into the street, took a few steps and toasted the happy event with our cups-to-go.

We looked at each other in shock. The coffee was so horrible that we threw it into the nearest trash bin simultaneously. I would never have done that before, which Mark also knew, and he said about 30 minutes after we were married:

„Man! You have already changed completely!“

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