… ein lebensverändernder Vorfall.

Oder: wie ich ungewollt sportlich wurde.

Wie bereits in der Vergangenheit in verschiedenen Geschichten erwähnt, bin ich ja eher unsportlich, mache aber viel Sport. Das hat einen tiefgreifenden Grund: Ich muss.

Bis vor 10 Jahren hätte ich mir im Traum nicht gedacht, dass ich ein Fitnessstudio Freak werde, laufen gehe oder sonst irgendetwas auch nur annähernd Sportliches tue. Wandern, spazieren und schwimmen – ja, gerne, aber Sport? Ich sicher nicht.

Schon in der Schule habe ich die Sportstunden gehasst. Was mir als Kind immer Freude gemacht hat, war Radfahren. Aber mich jetzt auf’s Mountainbike zu werfen und Berge erklimmen – nein, danke. Viel zu anstrengend. In der Zeit konnte ich schließlich ein gutes Buch lesen.

Vor nicht ganz 20 Jahren kam dann der erste Moment, wo ich etwas in meinem Leben ändern musste. Ich konnte innerhalb kürzester Zeit nicht mehr gehen und auf mein linkes Bein auftreten. Den Schmerz kennen viele – der Ischias Nerv spielte Caramba mit mir. 

Röntgen. Zweifach gedrehte Skoliose. Nerv verletzt. Therapie. Stetes Übungsprogramm. Für 6 Monate nichts Schwereres als drei Kilogramm heben. Das gab mir einen enormen Dämpfer. Ich musste Zeit für etwas aufbringen, das ich nicht wollte. Aber ständiger Schmerz und eingeschränkte Mobilität lässt einen Vieles tun.

Mit der Zeit wurde es besser. Meine Gymnastikeinheiten nahmen wieder größere Zeitabstände voneinander. Ungefähr fünf Jahre nach dieser Erfahrung begann meine linke Schulter immer wieder einmal weh zu tun. Mein Nacken. Naja, ich wurde älter. Vielleicht lag ich schlecht, was weiß man schon? 

Schließlich hatte ich dann eines Tages im Frühling 2011 einen komplett sich taub anfühlenden Arm nach dem Aufstehen. Ich war definitiv schlecht gelegen. Was sollte es sonst sein? Das prickelnde Gefühl des wieder durchbluteten Armes werde ich nie vergessen. Fast schmerzhaft. OK, schmerzhaft.

Ein halbes Jahr später, September 2011 dann das tatsächliche Schockerlebnis.

Mitten in der Nacht wachte ich auf und konnte mich nicht umdrehen. Mein Oberkörper war komplett verkrampft, und ich konnte meinen linken Arm nicht bewegen. Nicht nur taub, sondern wie gelähmt. Es ging gar nichts. Weder Schulter noch Ellbogen noch Finger reagierten. Da brach schon etwas Panik in mir aus. Ich stand auf. Schlafen konnte ich ohnehin nicht mehr. Ich war alleine in der Wohnung und setzte mich an den Computer. Sollte ich recherchieren? Die Rettung rufen? Von beiden Familien meiner Eltern gab es Herzinfarkte in der Geschichte … aber daran glaubte ich dann doch wieder nicht.

Ich recherchierte. Was mich schließlich zu meinem heutigen Orthopäden des Vertrauens und Sportarzt Dr. Christof P. gebracht hat. Die Ordination war bereits um 7 Uhr offen. Ich rief an, schilderte meine Situation und wurde als Notfall drangenommen. 

Nach Blitzüberweisung zu Röntgen und MR, stellte sich ein Bandscheibenvorfall im Nacken heraus, der den Nerv im Nacken-, Schulter- und Armbereich so verletzte, dass es eine Entzündung ausgelöst hatte, die den Nerv nicht mehr reagieren ließ. 

Infiltration in den Nerv – Ich dachte, ich gehe die Wände hoch vor Schmerz. Um ehrlich zu sein, wurde mir schwarz vor Augen. Behandlung in 28 durchgehenden Therapieeinheiten, um eine Operation zu vermeiden. Danach sehen wir weiter …

Unter Schmerzen konnte ich meinen Arm wieder bewegen, aber ich musste mir über eines klar sein – von nun an würde ich immer und stetig, nachhaltig denkend Muskelaufbau trainieren müssen, aktiv bleiben und nicht zu viel und vor allem nicht durchgehend lange sitzen. Ein Grund, warum die Entscheidung zur Selbständigkeit fast fallen musste … Was außerdem ab diesem Zeitpunkt sprichwörtlich verboten war, waren Radfahren und Nordic Walking. Die Schockwirkung im Nackenwirbelbereich könnte eine weitere Lähmung auslösen.

So bin ich seit Spätherbst 2011 einem Fitnessstudio beigetreten, wurde ärztlich auf die diversen Übungen eingeschult und bin dieser Berufung treu geblieben. Für manche Fertigkeiten brauchte ich ein Jahr und mehr, bis ich sie endlich tatsächlich im Gesamtablauf durchführen konnte. 

Aber etwas habe ich aus dieser Situation gelernt – man muss nicht für alles, was man tut, eine Leidenschaft haben, um es schätzen und die Vorteile kennen zu lernen. Selbstdisziplin kann eine enorme Kraft sein, Dinge zu erreichen. Heute bin ich dort, wo ich mich nie sah – ein unfreiwilliger Sportler, aber auch dankbar dafür, die meiste Zeit über schmerzfrei zu sein – auch ohne ständig Schmerzmittel nehmen zu müssen.

… there was a life changing incident.

Or: how I involuntarily became athletic.

As mentioned in various stories in the past, I am rather unsportsmanlike, but I do a lot of sport. There is a profound reason for this: I have to.

Until 10 years ago I would never have dreamed that I would become a gym freak, go running or do anything even close to sports. Hiking, walking and swimming – yes, happy, but sports? Certainly not me.

Even at school I hated these classes. What I always enjoyed as a child was cycling. But to throw myself on my mountain bike and climb mountains on a mountain bike – no, thank you. Much too strenuous. In that time, I was able to read a good book instead.

Not quite 20 years ago the first moment came when I had to change something in my life. Within a very short time, I could no longer walk and step on my left leg. Many know the pain – the sciatic nerve “played tricks with me”.

X-Ray. Double twisted scoliosis. Injured nerve. Therapy. Constant exercise program. Do not lift anything heavier than three kilograms for 6 months. That put a huge damper on me. I had to spend time doing something I didn’t want to.

But constant pain and limited mobility make you do a lot. Everything got better. My gymnastics sessions took longer intervals from one another again. About five years after this experience, my left shoulder started to hurt every now and then. My neck as well. Well, I got older. Maybe I was laying badly, what do you know.

Finally, one day in the spring of 2011, I had a completely numb arm after getting up. I definitely must have slept in a bad position. What else should it be? I will never forget the tingling feeling of the arm that is supplied with bloodflow again. Almost painful. OK, painful.

Half a year later, in September 2011, the actual shock experience.

I woke up in the middle of the night and couldn’t turn around. My upper body was cramped, and I couldn’t move my left arm. Not just numb but paralyzed. Nothing worked. Neither shoulder nor elbow nor fingers responded. A bit of panic broke out in me. I got up. I couldn’t sleep any more anyways. I was alone in the apartment and sat down at the computer. Should I do some research? Call the ambulance? Both of my parents‘ families have had heart attacks historically … but then again, I didn’t believe that.

I researched. What finally brought me to my current orthopedic surgeon and sports doctor, Dr. Christof P. The office was open at 7 a.m. I called, described my situation and was called in as an emergency.

After a quick referral for X-rays and MR, a herniated disc in the neck injured the nerve in the neck, shoulder and arm area in such a way that it triggered an inflammation that made the nerve no longer react.

Infiltration into the nerve – I thought I was walking up walls in pain. To be honest, I passed out. Treatment in 28 continuous therapy sessions to avoid surgery. Then we’d see …

I was able to move my arm again with pain, but I had to be clear about one thing – from now on I would have to train my muscles continuously and forever, thinking sustainably, staying active and not sitting too much and above all not for long periods of time. One reason why the decision to become self-employed almost had to be made … What was also proverbially forbidden from that point on were cycling and Nordic Walking. The shock effect in the cervical column could trigger further paralysis.

I joined a gym in late autumn 2011, received medical training on the various exercises and stayed true to this calling. For some skills I needed a year or more before I could finally perform them in the actually overall process.

But I learned something from that situation – you don’t have to be passionate about everything you do to appreciate it and understand its advantages. Self-discipline can be a tremendous force in achieving things. Today I am where I never saw myself – an involuntary athlete, but also grateful for being free of pain most of the time and not have to take painkillers all the time.

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