… ein Schutzengel mit Verwandtschaftsgrad.

Warum ich in Michi den besten Bruder der Welt habe.

Als ich noch ein Baby war, haben meine Eltern meinem Bruder erklärt, dass er jetzt mit vier Jahren der Große sei und jetzt mithelfen müsste, auf mich aufzupassen. Anscheinend hatten meine Eltern einen sehr überzeugenden Ton gehabt, als sie ihm das sagten, da ich, seit ich denken kann, immer in meines Bruders Schutz stand.

Er verteidigte mich gegen alles was da kommen mochte – vor nächtlichen Gespenstern und Monstern unter dem Bett. Vor Ungeheuern aus dem Fernseher und im Streit auch gegen unsere Eltern, wenn sie sich wieder mal einmischen wollten. Er baute Waldhäuser mit mir, verriet nicht, dass ich die Stichflamme bei unserem Gartenhaus mit offener Feuerstelle ausgelöst hatte, die mir fast meine langen Haare abgefackelt hätte. 

Er kümmerte sich um mich, als ich das erste Mal mit meinem Fahrrad stürzte und mein Knie aussah wie ein Schrottplatz – voll Dreck, demoliert und zerknittert in einem bunten Muster aus den Farben Blutrot, Asphaltschwärze, Eitergelb und Rollsplitgrau. 

Später holte er mich von verschiedenen Treffen ab, zu denen er mich vorher geführt hatte und das auch mal mitten in der Nacht – auf Abruf. Nach Meldung bei der „Bester Bruder der Welt – Nummer“, die 24/7 erreichbar war. 

Aber einmal kann ich mich erinnern, dass ich wirklich dieses Schutzengel – Gefühl erlebt hab‘.

Dabei hatte das gar nichts mit Unfall oder Lebensrettung oder einem ‚Gerade noch gutgegangen‘ – Ereignis zu tun. Es war einfach nur diese selbstlose, ritterliche Art, die mein Michi so an sich hat.

Ich hatte mich mit meiner Cousine für einen Fotografie-Urlaub zusammengeredet und den starteten wir in der Obersteiermark und dann Kärnten. Wir waren schon den ganzen Tag zusammen, der fotografische Teil würde aber erst am nächsten Tag beginnen. Erst war Zeit mit Tanten, Onkel und Cousins angesagt und den Großeltern.

Nach viel Geplauder und Gelächter in der Ferienzeit fielen wir Teenager schließlich doch müde ins Bett und den nächsten Morgen vergesse ich nie. Ich wachte durch ein Getuschel und Gekicher im Nebenraum auf – um 7 Uhr schon recht früh am Morgen.

Da ich nicht ausmachen konnte, worum es ging, stand ich auf und ging ins Zimmer meiner Cousine, wo auch ihre Mutter war. Sie schauten mich beide kichernd an und meinten: „Wolltest Du nicht auf einen Foto-Urlaub gehen?“ Ich nickte nur halb verschlafen und verstand die Frage nicht ganz. Doch dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen – an alles hatte ich gedacht beim Packen, aber an meine Kamera nicht.

Wie peinlich war das denn bitte! Ich stieß einen Laut des Schockes aus. Jetzt war alles zum Vergessen. 

Da holte meine Tante meine Kamera und alles Zubehör hervor, das sie hinter sich auf der Kommode vor mir versteckt hatte. Mein Michi hatte sie ganz in der Früh von Graz in die Obersteiermark gebracht. Er muss wohl gegen 5h morgens losgefahren sein, um sich bereits wieder auf dem Heimweg zu befinden, wenn ich aufwachte. 

So richtig wie ein richtiger Schutzengel eben. Heimlich. Still. Und leise.

Ich habe den besten Bruder der Welt, weil ich mich immer auf ihn verlassen, immer auf ihn zählen kann. Keine Bitte zu viel für ihn ist. Kein Weg zu weit, keine Stunde des Tages unpassend.

Seine Berufung Schutzengel wurde mir in die Wiege gelegt. Ein Band für immer.


… there was a guardian angel with a kinship.

Why I have with Michi the best brother in the world.

When I was a baby, my parents told my brother that he was his four years now the big boy and that he had to help take care of me. Apparently, my parents had a very convincing tone when they told him this, since I have always been under my brother’s protection for as long as I can remember.

He defended me against everything that might come – from ghosts during the night and monsters under the bed. From monsters on television and in a fight against our parents, in case they tried to interfere again. He built forest houses with me, did not reveal that I had set off the darting flame near our garden house with an open fireplace that almost torched off my long hair.

He took care of me when I fell from my bike for the first time and my knee looked like a junkyard – full of dirt, demolished and crumpled in a colorful pattern of the colors blood red, asphalt black, pus yellow and gravel gray.

Later he picked me up from various meetings that he had taken me to before, sometimes in the middle of the night – on call. After dialing the „Best Brother in the World – number“, which was available 24/7.

But once I can remember that I really experienced this guardian angel feeling ‘.

This even had nothing to do with an accident, a life-saving incident or a ‘narrow escape’ – event. It was just this selfless, knightly manner that my Michi just has.

I had agreed to a photography vacation with my cousin, and we started it in Upper Styria and then Carinthia. We’d been together all day, but the photographic part wouldn’t start until the next day. First it was time to spend time with aunts, uncle and cousins ​​and the grandparents.

After a lot of chatter and laughter during the summer break, we teenagers finally fell tired into bed and I never forget the next morning. I woke up to whispering and giggles in the next room – at 7 a.m., quite early in the morning.

Since I couldn’t make out what it was about, I got up and went to my cousin’s room, where her mother was also. They both looked at me with a chuckle and my aunt said: „Didn’t you want to go on a photo vacation?“ I only nodded half asleep and didn’t quite understand the question. But then it fell like scales from my eyes – I had thought of everything when packing, but not my camera.

Gee! How embarrassing was that! I let out a sound of shock. Now I could forget the whole thing.

Then my aunt took out my camera and all the accessories that she had hidden from me behind her back on the dresser. My Michi had brought all the stuff from Graz to Upper Styria very early that morning. He must have left around 5am to be already back on the way home when I woke up.

Just like a real guardian angel. Secret. Discreet. And quiet.

I have the best brother in the world because I can always count on him, always trust in him. No request is too much for him. No way too far, no hour of the day unsuitable.

I was born with his calling being my Guardian Angel. A bond forever.

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