… ein unverschämter Anruf.

Aus Aktualität eine Geschichte, die ich loswerden will. 

Seit kurzer Zeit bin ich in ein spannendes, neues Projekt sehr involviert und ausgebucht. So habe ich gestern eine komplette Textumarbeitung für die neue Website für dieses Projekt abgegeben und an das Team abgeschickt. Für Feedback, Diskussion, Kritik – es gibt schließlich immer Raum für Verbesserung. 

Das E-mail samt Textarbeit abgeschickt, verließ ich kurz mein heimeliges Homeoffice und plauderte kurz mit meinem Mann und meinte, wie gespannt ich sei, bis der erste Anruf diesbezüglich folgen würde. Keine fünf Minuten später klingelte mein Mobiltelefon. Das überraschte mich dann doch. So schnell? 

Wie die Synapsen eben manchmal zucken, dachte ich mir – da passt den Experten dieses eher wissenschaftlichen Textes das Wording nicht. Ich nahm mein Telefon, erkannte die Nummer nicht und nahm den Anruf an.

Es war eine Frauenstimme am anderen Ende, die ich nicht kannte. Meine Körperhaltung änderte sich von Spannung auf professionelle Neugier. Dann der erste Hinweis, warum sie meine Nummer gewählt hatte.

„Wir haben eine liebe gemeinsame Bekannte, und ich sehe wie sie auf Instagram arbeiten, mir gefallen ihre Texte, und ich habe da jetzt mal eine Frage, und ich weiß nicht, wie man das mit der Schrift macht und das mit der Story … und und und.“

Ich konnte gar nicht so geschwind zuhören, wie sie sprach. Die Sprechgeschwindigkeit dieser Person war so schnell, dass mein Körper sich einmal kurz zwischen zwei Atemübungen schüttelte, die mich ruhig werden ließen. Während ich noch nachdachte, wer das sein könnte, denn den Namen hatte ich nicht verstanden, ging es weiter …

„Mir fehlt da das Menü, und ich kann da keine Schrift reinsetzen, außerdem verstehe ich nicht, wie ich was reinstellen kann, das kein Foto ist und nur Text – …“ Es ging in derselben Geschwindigkeit weiter, bis ich dann einmal sagte:

„Sagen Sie, was wollen Sie eigentlich von mir?“ 

Dann erklärte mir die „Business Stimmcoach-Dame und Moderatorin“, wie ich dann herausfand, dass sie nicht nach einer Gratisberatung Ausschau halte, aber sich auch keine ‚Social Media‘-Betreuung leisten könne, aber einfach Infos brauche, und das es ja nicht viel sei, das sie mich da frage, und welches App ich den verwenden würde, und ob ich ihr sagen könne, wie das mit der Story jetzt funktioniere, weil sie keine Texte einfügen könne und ob das am Handy liegen würde oder woran sonst …“ 130 Kilometer die Stunde Wiederholung von bereits vorbeigerauschter Wortflut. 

Ehrlich gesagt war ich anfangs überrumpelt, dann hilfsbereit, weil ich unsere tatsächlich gemeinsame Bekannte und liebe Kundin extrem schätze, aber nach mehr und mehr Fragen und Fragen verging mir sowohl die Geduld für jemand, der sich nicht zu schade war, sogar dumm rüberzukommen, um gratis Lösungen zu bekommen, als auch meine Hilfsbereitschaft inmitten eines so kaltschnäuzigen Anrufs. 

Ich arbeite gern, fair und mit viel Freude mit lieben Menschen und Kunden. Materiell reich werde ich nicht, aber ich habe menschliche Prinzipien. Leben und leben lassen, helfen in diesem Rahmen und Ausnutzern weise ich die Tür. Oder den roten Auflegeknopf des Mobiltelefons.

Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich immer gerne hilfsbereit bin, beim Aufschreiben und Verrechnen meiner Arbeitszeiten freigiebig bin und mehr als oft ein offenes Ohr habe, für Menschen, die Unterstützung brauchen. Aber eines möchte ich auch sagen – ausnutzen lasse ich mich nicht mehr so leicht, und was ich noch impertinenter finde, ist, jemand anderen wie ein Schild vorzuhalten, um überhaupt gehört zu werden. Meine liebe Kundin wusste gar nichts von diesem Anruf und fühlte sich auch betrogen.

Tipp für Neulinge und unerfahrene Selbständige – definiert Eure Grenzen! Zu den verrechenbaren Stunden kommen genug nicht verrechenbare Zeiträume – die unverfrorenen Zeiten wollt Ihr Euch wirklich ersparen. 


… there was an impertinent call.

A story out of topicality that I want to share.

For a short time now, I have been very involved in an exciting new project and I am fully booked. Yesterday I submitted a complete text revision for the new website for this project and sent it to the team. For feedback, discussion, criticism – after all, there is always room for improvement.

Having sent the e-mail including text.doc, I left my cosy home office for a moment, had a short chat with my husband and said how curious I was when the first call about this would follow. Less than five minutes later my cell phone rang. That surprised me. So fast?

How the synapses twitch sometimes, I thought to myself – the wording doesn’t suit the experts of this rather scientific subject. I picked up my phone, didn’t recognize the number, and answered the call.

It was a woman’s voice on the other end that I didn’t recognize. My posture changed from tension to professional curiosity. Then the first clue as to why she had dialed my number.

“We have a dear mutual acquaintance, and I see how you work on Instagram, I like your texts, and now I have a question and I don’t know how to do that with the font and that with the story … and and and. „

I couldn’t even attempt to be able to listen to her speaking so quickly. This person’s speech rate was so fast that my body shook itself briefly between two breathing exercises that made me calm again. While I was still thinking about who it could be, because I hadn’t understood the name, it went on …

„I’m missing the menu and I can’t put any writing in there, besides, I don’t understand how I can put something in that’s not a photo and just text – …“ It went on at the same speed until I finally said:

„Tell me, what do you actually want from me?“

Then the “business voice coach and presenter” as I found out, explained to me that she wasn’t looking for free advice, but that she couldn’t afford ’social media‘ support either, but simply needed information, and there wasn’t much she asked me anyways and which app I was using, and whether I could tell her how the story worked now because she couldn’t insert any text and whether it was due to the cell phone or what else. .. 90 miles per hour repetition of the flooding of words that have already been rushed past me.

To be honest, I was taken by surprise at first, then helpful, because I really appreciate our mutual acquaintance and my dear customer, but after more and more questions and pushing requests, I lost both the patience for someone who was not too shy to even come across as stupid to get free solutions, as well as the willingness to help in the middle of such a callous call.

I like to work fair and with a lot of joy with dear people and customers. I won’t get materially rich, but I have human principles. Live and let live, help within this framework and I show the door to exploiters. Or the red hang up button on the mobile phone.

Everyone who knows me knows that I am always happy to help, that I am generous while writing down and accounting for my working hours, and that more than often I have an open ear for people who need support. But I would also like to say one thing – I am no longer so easily taken advantage of, and what I find even more impertinent is, holding up someone else’s name like a shield in order to be listened to in the first place. My dear customer did not know anything about this call and also felt cheated.

Tip for newbies and inexperienced self-employed colleagues – Define your limits! In addition to the billable hours, there are enough non-billable periods – you really want to save yourself the blatant times.

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