… ein Plan B.

Wie sich unsere Urlaubspläne in Luft aufgelöst haben.

Seit vielen Jahren will ich schon nach Norwegen. Zu Weihnachten 2017 hat mir mein Mark dann eine Reise zu den Fjorden und den Lofoten des ersehnten skandinavischen Landes geschenkt – Bedingung: er darf mit. Aber sicher doch :-).

Da die Jahre 2017 und 2018 familiär es mir nicht erlaubten, diese Reise zu machen, 2019 es sich beruflich zeitlich nicht ausging und letztes Jahr bekanntlich die Pandemie uns nicht nur mental in Atem, sondern lange Zeit auch in den eigenen vier Wänden hielt, war 2021 das Jahr der Umsetzung. 

Alles wurde bereits vor vielen Wochen gebucht. Viele von uns kennen es – Hotels oder B&Bs, Flug, Zug, Fähre, Mietauto. Reise tipp-top zusammengestellt mit genug Freiraum für flexible Wanderziele und lange Strandspaziergänge, etwas Kultur und Sightseeing inklusive.

Dass wir uns beide dafür und viele andere Gründe einer Vollimpfung unterziehen würden, war klar, besprochen und vollzogen. 

Alles war wundervoll geplant gewesen. 

Das war allerdings in Covid-Zeiten – zugegebenermaßen – nach wie vor ein naives Unterfangen. Obwohl mein lieber amerikanischer Mann die erste Impfung hier in Österreich erhalten und sich der zweiten in seinem Heimatland USA geholt hatte, wird dies in Norwegen leider nicht anerkannt. Er bekommt auch in Österreich keine Bestätigung, dass er beide Teilimpfungen erhalten hat. Er darf ins Fitnessstudio, ins Restaurant, ins Kino, Konzert und die Oper, aber an die frische Luft in Norwegen darf er nicht. 

Wir werfen das Norwegen das auch gar nicht vor. Ganz im Gegenteil. Nur zu und gut für das Land, dass es so strikt ist, denn nur so kann im großen pandemischen Gefüge etwas erreicht werden. Trotzdem finde ich es schade, dass vollgeimpften Personen, die ihren Beitrag leisten und somit helfen, der Pandemie das Handwerk zu legen, doch Steine in den Weg gelegt werden. 

Ich war von Anfang an eher ein Impfgegner, aber viele Indikatoren haben mich überzeugt, einen Vollschutz zu bekommen. Genauso dachte mein Mark. Vollschutz. 

So werden wir nun voll geschützt einen ‚Plan B‘ starten, nachdem wir gestern alle Reservierungen, die zur Buchungszeit alle noch impflegal waren, storniert haben. Norwegen wird auf uns warten.

Wie beruhigend, dass es diesen berühmten Satz gibt: „Wer weiß, wofür es gut ist!“

All jenen, die auch einen Ersatzplan erstellen mussten für ihre wohlverdiente Auszeit, wünsche ich einen besonders schönen Urlaub.

… there was a plan B.

How our vacation plans vanished into thin air.

I’ve wanted to go to Norway for many years. For Christmas 2017, my dear Mark gifted me a trip to the fjords and Lofoten islands of the longed-for Scandinavian country – with one condition: He can come too. Well, of course :-).

Since the years 2017 and 2018 did not allow me to make this trip because of family matters, in 2019 there was no time for business reasons, and last year, as is well known, the pandemic not only kept us mentally in suspense, but also locked us in our own four walls for a long time, it was 2021 – the year of implementation.

Everything was booked lots of weeks ago. Many of us know the process – hotels or B & Bs, flights, trains, ferries, rental car. Travel tip-top compiled with enough space for flexible hiking destinations and long walks on the beach, including some culture and sightseeing.

It was clear, discussed and carried out that we would both undergo a full vaccination for this and for many other reasons.

Everything had been wonderfully planned.

Admittedly, this was still a naive undertaking in Covid times. Although my dear American husband received the first vaccination here in Austria and the second in his home country USA, this is unfortunately not recognized in Norway. Even in Austria, he does not receive any confirmation that he has received both partial vaccinations. He’s allowed to go to the gym, restaurant, movie theatre, concert and opera, but he’s not allowed to go out into the fresh air in Norway.

We don’t blame Norway for it by any means. Quite the contrary. More power to this country that it is so strict because this is the only way to achieve something in the worldwide pandemic structure. Nevertheless, I think it is a shame that people who have been fully vaccinated and who are doing their part and thus helping to put an end to the pandemic, are put hurdles in the way.

From the very beginning, I was more of a vaccine opponent, but many indicators convinced me to get full protection. That’s what my Mark thought as well. Full protection.

So, we will now – fully vaccinated – start a ‚plan B‘, since yesterday we had to cancel all reservations that were all ‘vaccination – approved’ at the time of booking. Norway will wait for us.

How comforting that there is this famous phrase: „Who knows what it’s good for!“

For everyone who also had to create a replacement plan for their well-deserved holidays, I wish a particularly nice vacation.

… eine harmonische Begegnung mit Nachhaltigkeit.

Wie ich über Instagram eine meiner nun liebsten Kundinnen traf.

Seit einiger Zeit bediente ich für eine Kundin, die ein Bekleidungsgeschäft in Graz besaß, die sozialen Medien. Eines davon war Instagram und mit den Bildern, Texten und Posts, die ich für sie in ihrem Namen gestaltete, weckte ich eines Tages das Interesse von einer sehr lieben Dame, die selbst ein Geschäft in der Innenstadt führte, allerdings weniger Verkauf als Dienstleistungen.

Diese Dienste galten ausschließlich Senioren. Ich kannte das Geschäft nicht – wahrscheinlich, da ich noch nicht das dafür notwendige Alter erreicht habe –, aber nach einer sogenannten DM – der ‚direct message‘ – die an meine Kundin gerichtet war, schaute ich mich einmal auf dem Konto der Verfasserin um.

Ein Business-Konto auf Instagram mit der bezeichnenden Namensgebung Greislerei .

Schon bei diesem Wortspiel hüpfte nicht nur mein Texter- sondern auch mein privates Herz vor geistreicher Freude. Das Konto gefiel mir gut, beschäftigte es sich doch mit Glücksmomenten, Glücksbotschaften, Hilfestellungen, Events und Veranstaltungstipps, die eine oder andere Hommage an Berühmtheiten höheren Alters und Vielem mehr. Positiv, ja berührt gestimmt, widmete ich mich nun der Anfrage.

Die direkte Nachricht war Vorschlag zu einer Zusammenarbeit mit und für Seniorinnen. Eine Modenschau. Unterhaltung für die älteren Damen, manche auch als Teilnehmer und eine nette Werbevariante für meine Kundin. Hier konnte ich aber nicht einfach zustimmen, zudem ich meine Klientin als daran eher nicht interessiert einschätzte. Sie selbst hatte kein Personal und war nach ihrer langen Karriere schon zu ‚müde‘ für derlei Geselligkeit. So musste ich es im Vorfeld abklären.

Mit der Inhaberin der Greislerei machte ich aber bereits einen persönlichen Termin aus, egal was die Antwort meiner Kundin sein würde.

Auf dieses Treffen freute ich mich schon. 

Nach Einholen der vermuteten Absage meiner Klientin für die Veranstaltung, traf ich mich an einem eher regnerischen, späten Nachmittag im Café Erzherzog Johann am Grazer Hauptplatz mit Frau Isolde Fischer. Durch das Profilfoto des Instagram Kontos kannte ich ihr Aussehen, und so entdeckten wir uns unmittelbar. 

Wie ich es empfand, fanden wir uns sofort gegenseitig sehr sympathisch, auch wenn ich ihr gleich zu Beginn die erwartete Absage meiner Kundin überbrachte. Natürlich empfand sie es als schade, aber ihre professionell-verständnisvolle Art machte es mir wiederum leicht, nicht die enttäuschte Überbringerin sein zu müssen. Jede ihren Espresso genießend, begannen wir uns auszutauschen und hatten sofort einen harmonisch verbundenen Umgang miteinander. Es fühlte sich tatsächlich so an, als ob wir uns schon lange kennen würden.

Vielleicht lag es daran, dass wir praktisch gleich alt sind (mit nur 14 Tagen Unterschied), oder dass jede von uns beruflich schon einiges erlebt hatte. Spielten vielleicht private sich ähnelnde Situationen eine Rolle für den sofortigen Draht zueinander? 

Es machte keinen Unterschied, was es war, denn in weiteren Treffen entwickelte sich eine schöne Bekanntschaft, und wie ich es heute empfinde besondere Freundschaft aus Respekt für die Lebenslage der anderen, mit Mitgefühl und Austausch auch im privaten Bereich, der nie oberflächlich ist und in allen kommunikativen Zusammenkünften schwingt Support für das Gegenüber mit.

Frau Isolde Fischer ist mit ihrer Greislerei inzwischen eine meiner liebsten Kundinnen, für die ich intensive, lustige und vor allem immer mit ihrer Glückspost verbundene Texte schreiben darf, die stets wertgeschätzt werden. Es hat sich ein Vertrauensverhältnis gebildet, das uns auch mit meinem Herzensprojekt ‚Hoffnungsbilder‘ noch näher gebracht hat, das sie mehr als tatkräftig unterstützt. 

Darum nehme ich diese „Es war einmal …“- Geschichte zum Anlass für ein großes Ausrufungszeichen ❣ – ein Shoutout – für diese inspirierende Persönlichkeit, die mit Logik, viel Intuition und mit noch viel mehr Herz aus einem Wortspiel eine Firma für Menschlichkeit und Glücksmomente gegründet hat und das für eine immer größer werdende Gesellschaftsgruppe, der auch wir einmal angehören werden, wenn wir gesund bleiben.

Danke liebe Isolde für Deine unvergleichlich liebe, Integrität in menschlichen Fragen und seelischen Anforderungen vermittelnde Art und Weise, Dinge anzugehen und auch umzusetzen. Jeder Austausch mit Dir ist nachhaltig energiegeladen.

Danke aber auch für Dein stetes Vertrauen in meine Arbeit und Kreativität, und besonders für diese so feine Freundschaft. 


… a harmonious encounter with sustainability.

How I met one of my now favorite customers on Instagram.

For some time, I have been using social media for a customer who owned a clothing store in Graz. One of them was Instagram and with the pictures, text and posts that I created for her on her behalf, one day I awoke the interest of a very dear lady who herself ran a business in the city center, but less sales than services.

These assistances were only for seniors. I did not know the business – probably because I have not yet reached the required age – but after a so-called DM – the ‚direct message‘ – which was addressed to my customer, I looked around her account.

A business account on Instagram with the significant name Greislerei *.

Even with this play on words, not only my copywriter- but also my private heart jumped with witty joy. I liked the account a lot, because it dealt with happy moments, happy messages, general assistance, events, and tips, one or the other homage to older celebrities and much more. Positive, yes touched, I now turned to the question.

The direct message was a suggestion to work with and for senior citizens. A fashion show. Entertainment for the elderly women, some as participants and a nice advertising variant for my customer. Here I couldn’t simply agree, namely because I didn’t think my client was interested. She had no staff and after her long career was already too ‚tired‘ for socializing like this. I had to clarify it in advance.

But I already made a personal appointment with the owner of the Greislerei, no matter what my customer’s answer might be.

I was looking forward to this meeting.

After obtaining my client’s suspected rejection of the event, I met Ms. Isolde Fischer in the Erzherzog Johann Café near Graz main square on a rather rainy late afternoon. I knew her appearance from the profile photo on her Instagram account, and so we found each other straight away.

As I felt it, we found each other very sympathetic, even after I told her about my client’s refusal. Of course, she found that too bad, but her professional and understanding manner made it easy for me not to have to be the disappointed deliverer. Each of us enjoying their espresso, we began to exchange ideas and immediately had a harmonious relationship with one another. It felt in fact like we’d known each other for a long time.

Perhaps it was because we are practically the same age (with a difference of only 14 days), or because each of us has already experienced a lot in our careers. Did similar private situations perhaps play a role in the immediate connection to one another?

It made no difference really what it was, but in further meetings a nice acquaintance developed and, as I feel today, special friendship out of respect for the life situation of the other, with compassion and exchange also in private matters, which is never superficial, and all communicative get-togethers are accompanied by support for the counterpart.

Ms. Isolde Fischer and her business are now one of my dearest customers, for whom I am allowed to write intense, funny and, above all, always related to her lucky post, articles which are always valued. A relationship of trust has developed that has brought us even closer with my heart project ‚Images of Hope‘, which she supports more than actively.

That’s why I use this „Once upon a time …“ – Story as an occasion for a big shoutout ❣ – for this inspiring personality who, with logic, a lot of intuition and even more heart, has founded a company for humanity and moments of happiness out of a play on words and that for an ever-growing group of society that we too will one day belong to if we stay healthy.

Thank you, dear Isolde for your incomparably dear, integrity in human questions and emotional demands mediating way to approach things, and to implement them. Every exchange with you is sustainably charged with energy.

But thank you most of all for your constant trust in my work and creativity, and especially for this fine friendship.

* “Greislerei” is a brilliant pun. It is the combination of the Austrian word ‘Greißlerei’ – which is the word for a ‘mom-and-pop’-grocery store and the German word ‘Greis’ which stands for a very old person. Therefore Greislerei is a ‘store’ for very old people. 

… ein kleiner Piep-Matz.

Wie wir einem Jungvogel einen guten Start ins Leben ermöglicht haben.

Auch schon in meiner frühen Teenagerzeit gab schwere Unwetter und Starkregen begleitet von Hagel. Wie Sommertage es so an sich haben. Wenn man in einem sicher und fest gebauten Haus aufwachsen darf, fällt das unter die Rubrik Abenteuer. Ich zumindest habe Gewitter immer geliebt. Je näher und je lauter, desto besser.

Natürlich kalkuliert man da die Gefahren, Überschwemmungen und individuellen Schicksale nicht mit ein. Aber anhand Lebens eines kleinen Vogeljungen habe ich gelernt, dass abenteuerliches Vergnügen und Desaster nahe beieinander liegen können. 

Es war also wieder einmal ein Sturm über mein Elternhaus hereingebrochen nach einem heißen Sommertag, Aufbau von Schwüle und mit Elektrizität geladenen Wolken. Blitz und Donner gaben sich sozusagen die Himmelstürklinken in die Hand und für mich war es einfach nur ein Schauspiel. Die Bäume bogen sich im starken Wind und ab und zu konnte man ein Krachen im Holz oder eines abbrechenden Astes hören. Noch grüne Blätter wurden durch die Luft gewirbelt, die Regentropfen fielen nicht nur auf den Boden, sondern wurden regelrecht auf die Erde gepeitscht. 

Am nächsten Morgen verging meine Freude – es hieß nun: Aufräumarbeiten. Abgebrochene Äste aufsammeln, Blumenbeete reparieren, Gemüsegarten wieder herrichten. Wir waren alle draußen und halfen zusammen. Neben des begleitenden Gemurmels im Gespräch mit Nachbarn und untereinander, hörte ich ein aufgeregtes Zwitschern und leises – wie soll ich sagen – Piepsen.

Ich konnte erst nicht feststellen, woher es kam. Neugierig begann ich zu recherchieren.

Dann bemerkte ich den Ursprung dieses Vogelstimmen-Austausches. Eine Buchfinkmutter fütterte ein Junges hinter dem Baumstamm unserer Silbertanne. Rund drei Meter entfernt war das zerstörte Nest auf dem Boden, wie viele Äste verschiedener Größe. Ich machte meinen Papa darauf aufmerksam und er verzog traurig das Gesicht. Ja, das Buchfinkennest war eben nicht so standhaft wie unser Haus aus Ziegel und Zement.

Ich war verzweifelt. Das junge Vogelbaby war noch so klein, dass es nicht fliegen konnte und auf dem Boden komplett ungeschützt. Berühren war verboten, weil sonst die Mutter möglichweise nicht mehr kommen würde, es zu füttern. Wir alle beratschlagten kurz die Situation. Da hatte mein Bruder eine tolle Idee – wir mussten das Junge ins Nest und das Nest in unser altes Meerschweinchen-Gehege bekommen, ohne das kleine Wesen zu berühren. 

Ganz behutsam nahm mein Vater ein paar größere Ahornblätter vom Boden und schaffe es, den Jungvogel ins Nest zu heben, das ihm mein Bruder hinhielt. Anschließend setzten wir das Nest samt Vogel in den kleinen ehemaligen Reisekäfig. Durch diese Gitterstäbe konnte die Mutter das Junge füttern – das war auf jeden Fall unsere Hoffnung.

Wir nahmen großen Abstand, aber in Observationsposition. Die Buchfinkmama brauchte ungefähr zehn Minuten, um durch ihr eigenes Rufen und die zittrigen Antworten des Kindes den neuen Standort ausfindig zu machen. Aber schlussendlich akzeptierte sie die neue Situation und nur kurze Zeit später begann sie das Junge zu füttern. Wir atmeten alle erleichtert auf. 

Noch erlöster waren wir, als wir am nächsten Tag feststellten, dass die Nachbarskatze vor dem Käfig Stellung genommen hatte, aber nichts Nesträuberisches ausrichten konnte.

Für eine gute Woche beobachteten wir die Situation sehr genau und sobald der Jungvogel flügge wurde, setzte mein Vater ihn auf einen Ast einer Erle und wir hofften alle, dass er weiter versorgt wurde. Wir wurden nicht enttäuscht. Mama Buchfink stellte sich auf diese Situation ein und unser Piep-Matz wuchs und gedieh, verlor seine Babyfedern und wurde erwachsen. 

Am letzten Tag, an dem ich ihn bewusst sah, legte er viele Meter von einem zum nächsten Ast, von diesem zum weiteren Baum fliegend zurück. Er hatte es geschafft, und ich war überglücklich.

Bei jedem Regen dachte ich nun an diesen kleinen Vogel, der meine Einstellung zu Wetterereignissen drastisch änderte.Vergnügung und trauriges Schicksal liegen oft sehr nah zusammen – nicht nur im Leben eines kleinen Vogels.


… there was a little birdie.

How we gave a young bird a good start into life.

Even back then in my early teenage years, there were severe storms and heavy rain accompanied by hail. Just like Summer days always have it. If you can grow up in a safe and solid house, that falls under the title of adventure. At least I’ve always loved thunderstorms. The closer and the louder, the better.

Of course, you don’t consider the dangers, floods, and individual fates. But from a little baby bird’s life I learned that adventurous pleasure and disaster can go hand in hand.

So, once again a storm had broken on top my parents‘ house after a hot summer day, a build-up of humidity and clouds charged with electricity. Lightning and thunder literally shook the gates of Heaven and for me it was just a spectacle. The trees bent in the strong wind and every now and then you could hear a crack in the wood or a branch breaking off. Leaves that were still green were whirled through the air, the raindrops not only fell on the ground, but were literally smashed onto the earth.

The next morning my joy passed – it was now time to clean up. Pick up broken branches, repair flower beds, restore the vegetable garden. We were all outside helping together. In addition to the accompanying murmur in conversation with neighbors and among each other, I heard an agitated chirping and soft – how should I put it – beeping.

At first, I couldn’t tell where it came from. Curiously, I began to search around.

Then I noticed the origin of this exchange of birdcalls. A mother chaffinch was feeding a young behind the trunk of our silver fir. About three meters away was the destroyed nest on the ground, just like many branches of various sizes. I pointed this out to my dad, and he grimaced sadly. Yes, the chaffinch nest wasn’t as firm as our brick and cement house.

I was desperate. The young baby bird was still so small that it couldn’t fly and was completely unprotected on the ground. Tocuhing was forbidden because otherwise the mother might not come back to feed it. We all briefly discussed the situation. My brother had a great idea – we had to put the young in the nest and the nest in our old guinea pig enclosure without touching the little creature.

My father carefully took a couple of larger maple leaves from the ground and managed to lift the young bird into the nest that my brother held out for him. Then we put the nest with the bird in the small former travel cage. The mother was able to feed the young through its bars – that was definitely our hope.

We our distance, but in observation position. It took the chaffinch mom about ten minutes to locate the new location through her own shouts and the shaky answers from the child. But in the end, she accepted the new situation and only a short time later began to feed the birdie. We all breathed a sigh of relief.

We were even more eased when we discovered the next day that the neighbors’ cat had taken position in front of the cage but couldn’t do anything to become a nest predator.

For a solid week we observed the situation very closely and as soon as the young bird fledged, my father put him on a branch of an alder, and we all hoped that he would continue to be looked after. We were not disappointed. Mama chaffinch adapted also to this situation and our birdie flourished and prospered, lost its baby feathers, and grew up.

On the last day that I saw him consciously, he covered many meters from one branch to the next, flying from this to the next tree. He had done it and I was overjoyed.

Every time it rained, I thought of this baby finch, which drastically changed my attitude towards weather events. Pleasure and sad fate are often very close together – and not just in the life of a little bird.

… eine andere Art des Verstehens.

Kleine Geste, gute Hilfe.

Irgendwann im Frühjahr 2014 hat mich ein Interesse eingeholt, mit dem ich schon längere Zeit innerlich befasst war. Hausarbeit stand auf dem Programm und ich hatte den Fernseher eingeschaltet. Es lief ein Film, der sich mit dem Thema Gehörlosigkeit und Gebärdensprache befasst. 

Das Erlernen dieser besonderen Sprache interessierte mich schon seit einiger Zeit, obwohl ich nie in eine Situation gekommen war, die dieses Interesse unmittelbar gerechtfertigt hätte. Das sollte sich bereits am darauffolgenden Tag ändern:

Ich hatte in der Stadt zu tun und war unter anderem in einem Postamt, wo ich ein Paket aufzugeben hatte. Nur ein Schalter war besetzt und ich war die dritte in der Warteschlange. Wie immer war ich ein wenig unter Zeitdruck, aber nicht genug, um mein Vorhaben abzubrechen. Endlich kam der junge Mann vor mir an die Reihe, und es schien von Anfang an Kommunikationsschwierigkeiten zu geben. 

Was war da los? Wusste er nicht, was er wollte? 

Meine Uhr hatte all meine Aufmerksamkeit. Ich versuche immer Abstand zu nehmen von den Angelegenheiten von anderen Kunden vor mir, wenn ich in einer Bank, Post oder einem Amt bin. Der junge Mann schien mit Händen und Füßen zu reden. Das erfasste dann doch meine Aufmerksamkeit mehr als die verrinnende Zeit. Vielleicht war er der deutschen Sprache nicht mächtig und eventuell konnte ich mit Englisch aushelfen? Da bin ich immer gerne bereit, unterstützend einzugreifen, wenn es nicht aufdringlich erscheint und hilft.

Ich weiß, wie schwer es manchmal ist, die richtigen Worte zu finden oder etwas zu vermitteln, wenn man etwas unbedingt ausdrücken will und einem der richtige Ausdruck oder das richtige Verb fehlt, dies zu tun. Man zieht sich dann gleich einmal zurück; Aufgeben und es irgendwie anders versuchen und ein anderes Mal ist oft die Folge. Nicht zu vergessen, die Enttäuschung über sich selbst und die eigenen Grenzen. 

Konnte ich also helfen?

Es stellte sich heraus, ich konnte es nicht. Ich realisierte, dass der junge Mann eine Sprache nutze, der ich nicht mächtig war. Die Gebärdensprache. Da stand ich nun – hilflos. Hilfloser als er, da mich das Schicksal dieses Menschen irgendwie persönlich traf. Einen Tag davor noch sah ich diesen Film und dachte mir, wie interessant es wäre, diese Sprache zu erlernen. Ich sah mich um? War jemand hier der Gebärdensprache mächtig? 

Allen Mut zusammennehmend fragte ich in die Warteschlange: “Spricht jemand hier die Gebärdensprache?

Da sah die Postangestellte zu mir, und sie hatte einen Anflug von Erleichterung im Gesicht. Sie bat den jungen Mann mit einer Handbewegung, wie man jeden kommunizierenden Menschen auffordert, zu warten. Nicht einmal eine Minute später kehrte sie mit einer Kollegin zurück und diese sprach die Sprache des Gehörlosen. 

Ich war innerlich bewegt, erleichtert, dass geholfen werden konnte. Irgendwie war ich froh, dass ich diese Zivilcourage aufgebracht hatte, diese Frage laut auszusprechen. Außerdem fasste ich in diesem Moment den Entschluss diese Sprache lernen zu wollen, und zwar auf Deutsch und Englisch. 

Am selben Nachmittag begann ich mit allerlei Recherchen, las mich in das Thema ein über die Gebärdensprache, über Gehörlosigkeit, über die Schwierigkeiten wegen Gehörminderung, die von Geburt an besteht, überhaupt sprechen zu lernen. Ich involvierte meine Familie und auch eine liebe Nachbarin, die in ihrem Studium mit dem Erlernen der Gebärdensprache befasst war.

Sie verhalf mir zu einem tollen Buch („Der Schrei der Möwe“ von Emmanuelle Laborit). Es sollte nicht das einzige Buch bleiben, das ich in diesem Zusammenhang kaufte. Dazu kamen Bücher über die Deutsche und die Amerikanische Gebärdensprache, DVDs; ich lud mir Apps auf mein Smartphone, mein Tablet und meinen Laptop, die mit Videos helfen, die Gesten richtig zu machen. Ich erlernte das internationale Alphabet und der beste Weg, dies zu tun, ist vor dem Spiegel, um die Gesten ‚live’ zu beobachten.

Ich wollte noch im Herbst mit meinem Studium beginnen. Selbst in einer Universität von Colorado/USA bin ich registriert, um irgendwann mit einem Fernstudium beginnen zu können.

Mir kam dann im Jahr 2014 einiges ‚dazwischen’. Privater Natur. Beruflicher Natur. Aber es war nur eine Frage der Zeit, bis ich mich diesem Thema intensiver widmen würde.

Wenn man eine andere Sprache nicht spricht, kann man sich noch immer mit Gesten, Wortfetzen und sanften, lauten, bestimmenden, beschaulichen Tonlagen in der Stimme weiterhelfen, um jemandem beizustehen, ein Problem zu lösen. Bei gehörlosen Menschen fällt das komplett weg.

Auch wenn ich dieses Studium offiziell nie begonnen habe, da sich Lebenswege anders kreuzten, als ich es geplant hatte, so lehre ich mich selbst immer wieder mit der einen oder anderen Geste und häufigen Zeichen.

Vielleicht kann ich für irgendjemand einmal einen positiven Unterschied machen.


… there was another way of understanding.

Little gesture, good help.

Sometime during the spring of 2014, a long-time interest of mine caught up with me which I had engaged myself for quite a while. Housework had to be done and I had the TV on in the background. There was a movie that concerned itself with the subject of acquired deafness and Sign Language.

For some time, I had been interested to learn this specific language, although I never had been in a situation, whichwould have justified this immediate interest. This would change the very next day:

I had to run several errands in the city, and among them I went to the Post Office where I wanted to mail a package. There was only one counter open and I was third in line. As always I was a bit time constraint, but not enough to cancel my endeavor. Finally it was the turn of the young man ahead of me – and from the very beginning it seemed that there was some kind of communication problem.

What was going on? Didn’t he know what he wanted?

My watch had my full attention. I always try to keep my distance from the business of a client ahead of me when I am in a bank, a Post- or some other office. The young guy seemed to talk with his hands and legs – which finally drew my attention more than the passing time. Maybe he didn’t know German and I could help with English? I am always glad to step in to support if it helps – and I don’t appear pushy.

I know how difficult it is sometimes to convey a message, trying to find the right word or verb to express exactly what you want. It is easy to back out in situations like this, which end up more often than not in giving-up or trying things differently another time, not to forget the disappointment about yourself and your very own limits.

So – could I help?

As it turned out, I couldn’t. I realized that the young man used a language I was not able to offer. Sign Language. Here I was standing – helpless – even more helpless than him because he knew about his fate, which somehow touched me personally. Just the day before I had seen that movie and was thinking how interesting it would be to learn this language. I looked around. Could anybody speak Sign Language?

I gathered all my courage and asked out loud into the waiting crowd: „Does anybody know Sign Language?

The girl from the Post Office looked up to me and I could see a hint of relief in her face. She asked her client to wait a moment, using a gesture how all communicating people do. Less than a minute later she returned with a colleague of hers who actually spoke Sign Language. 

I was touched, relieved that there was help. Somehow, I was happy that I had taken this little bit of courage to ask that question out loud. In this very moment I came to a decision: I want to learn this language, both in German as well as English. 

The same afternoon I started various kinds of research, started to read more specifics about Sign Language, deafness, and about difficulties of Hearing Impairment from birth onto even being able to learn to speak. I involved my family and a very nice neighbor who had learned Sign Language during her time in college.

She was the one to get me a great book („The Caw of the Seagull“ by Emmanuelle Laborit). It wouldn’t remain the only book that I purchased concerning this subject. Added were books about German and American Sign Language, DVDs, I downloaded apps on my smartphone, my tablet as well as on my laptop, which help to do the ‘gestures’ correctly. I learned the international alphabet – and the best way to do so is in front of a mirror watching your gestures ‚live‘.

I wanted to start at the University that same fall. I even registered myself at a college in Colorado/USA to start an online study in the future.

The year 2014, however, had some surprises for me – of private nature as well as job-related. But it was only a question of time until I would dedicate myself more intensively to this subject. 

If you don’t speak different languages, you can still help yourself with gestures, parts of words and smooth, loud, firm, contemplative sound pitches in your voice to support someone to solve a situation. Yet, with strongly hearing impaired or deaf people this fails completely. 

Even though I have never officially started this Uni-course because life paths crossed differently than I had planned, I keep on teaching myself the one or the other gesture and frequent signs.

Maybe I can make a positive difference for someone someday.

… eine kleine abgeschiedene Almhütte.

Wie ein erster Eindruck trügen kann.

Meine Großeltern mütterlicherseits, die in der Obersteiermark lebten, hatte für viele Jahrzehnte eine kleine Almhütte gemietet, und wir Kinder wuchsen mit diesem Kleinod auf und auch mit dem schönen Gefühl, sich einfach zurückziehen zu können mit dem Komfort des Nicht-Komforts. Damit meine ich kein fließendes Wasser, Toilette irgendwo im Wald, keine Elektrizität – also richtig schön urig.

Leider lief der Mietvertrag nach 50 Jahren aus und wurde nicht erneuert. Somit war dieses Lebensgefühl für uns inzwischen Erwachsene nun verloren gegangen. 

Mein Bruder Michael allerdings gab nicht auf, an diesem Traum festzuhalten und über Umwege und die Hilfe eines Freundes unserer Familie, gelang es ihm nach einigen Jahren Suche ein ähnliches Objekt zu mieten.

Einsam gelegen. Privatbesitz einer sehr freundlichen älteren Dame. Auf einer sehr kleinen Waldlichtung und wirklich abgeschieden in absolut ruhiger Lage.

Kurz und gut – ein Traum zum Ausspannen und Abschalten.

Wir freuten uns alle für Michael, und so lud er uns ein, die Hütte einmal zu besuchen. Einfach einmal die Lage zu genießen und in der Zukunft die eine oder andere Auszeit mit ihm dort zu verbringen.

Zu viert fuhren wir an einem Wochenende zu seiner Hütte und dort angekommen, waren wir wirklich beeindruckt von der isolierten Lage und des herrlichen Naturschauspiels rund um dieses kleine Holzgebäude. Mein Bruder stellte in seiner Begeisterung fest, dass hier sicher nie jemand vorbeikommen würde, und er dieses Plätzchen für sich hatte. 

Die Bank vor der Hüttentüre lud zum Verweilen ein und so genossen wir die Ruhe, von der mein Bruder bereits so geschwärmt hatte, das Grün der Umgebung inhalierend …

Der friedliche Moment dauerte allerdings nicht lange. Ein Auto näherte sich. Sehen konnten wir es nicht, aber hören. Wie in einer Bewegung standen wir auf und sahen über die Böschung hinunter – den Blick auf den grasüberwachsenen Forstweg gerichtet.

Nicht zu glauben. Es war die Polizei!

Wir sahen uns dann doch erstaunt an. Was konnte die Polizei denn von uns wollen – hier in dieser beneidenswerten Einöde? Der Streifenwagen fuhr direkt bis vor den Holzzaun vor der Hütte und zwei Beamte stiegen aus. Spannung. Irgendwie. Darauf waren wir nun wirklich nicht vorbereitet gewesen. 

Der Fahrer des Polizeiautos eröffnete das Gespräch.

Grüß Gott. Wir sind Ihnen bis hierher gefolgt und würden Sie gerne etwas fragen.“

Wir beantworteten den Gruß höflich und waren selbstverständlich bereit, Auskunft zu geben, sofern wir das konnten. Die Beamten waren auf der Suche nach einem Mann, der vermisst wurde und wollten wissen, ob wir ihn gesehen hätten. Es folgte eine Beschreibung und mein Vater erwähnte, dass er einen Hut am Wegesrand gesehen hatte. Schwarzer, abgetragener Filzhut. Die Beamten notierten das.

Der Beschreibung nach kannte mein Bruder den Mann als Mitarbeiter der Besitzerin der Hütte, aber nicht so gut, dass er einen Aufenthaltsort wissen würde. Sorge bereitete, dass der Gesuchte einen Brief in seiner Unterkunft hinterlassen hatte, der auf Schlimmeres schließen ließ. Wir waren alle – obwohl wir ihn nicht beziehungsweise kaum kannten, bestürzt. 

Die Beamten ließen ihre direkten Kontaktnummern und die der Zentrale für uns da und baten um Hinweise, falls uns etwas auffallen sollte. Mit der Besitzerin der Hütte waren sie bereits selbst in Kontakt. 

Schließlich fuhren die Polizeibediensteten wieder und die Ruhe kehrte zurück. Trotzdem war alles irgendwie in Grau getaucht. Wir schüttelten bestürzt den Kopf und konnten gar nicht fassen, wie schnell sich eine Stimmung ändern konnte. 

Trotzdem versuchten wir nun die Stille in uns aufzunehmen, was aber sehr kurzfristig wieder gestört wurde. Ein recht lautes Gedröhn näherte sich der Hütte auf demselben Weg, den die Polizei gerade zur Abfahrt genutzt hatte.

Ein recht großer Traktor kam den Weg entlang und erschütterte die kleine Holzhütte. Mein Bruder verließ den eingezäunten Bereich und ging dem Fahrer des Traktors entgegen. Sie tauschten ein paar Worte aus und dann kam Michael zur Hütte zurück. Anscheinend mussten einige Baumstrünke, die in der Kehre lagen, abtransportiert werden, und so hatten wir für rund 30 Minuten ein Rattern und Knattern und Kettenklirren und Dröhnen, bis die Sache erledigt war. Dann konnten wir wieder dem Vogelgezwitscher und dem Bienensummen lauschen und uns der Ruhe erfreuen.

Nachdem aber aller guter Dinge drei sind, waren wir gar nicht mehr erstaunt, als zum dritten Mal ein Gefährt vorrückte. Jetzt war es die Vermieterin der Hütte und natürlich war sie sehr besorgt um ihren Mitarbeiter. Sie hatte Michaels Auto von ihrem Almhaus gesehen, ein paar Kehren weiter unten und hatte es erst jetzt geschafft, heraufzukommen, um ihm – nun natürlich auch uns – die beunruhigende Geschichte zu erzählen und ihr Herz auszuschütten. Natürlich würden wir uns sofort melden, würde Walter – so hieß der Vermisste – irgendwo auftauchen oder sich melden.

Michaels Vermieterin verabschiedete sich wieder und fuhr dahin. 

Bei späteren Besuchen dieses stillen Plätzchens wussten wir, dass Michael recht gehabt hatte. Niemand kam hier vorbei. Nicht einmal Wanderer oder Förster. Der erste Eindruck, der uns wie ein schlechter Film vorgekommen war, war falsch gewesen. Hier sagten sich Fuchs und Hase tatsächlich friedlich gute Nacht.

Zum Glück war dieser schöne Ort auch nicht mit negativen Nachrichten verwünscht durch die Unauffindbarkeit Walters. Es hatte sich herausgestellt, dass er sich finanziell übernommen und in einem Alkohol bereicherten Zustand diesen mysteriösen Brief geschrieben hatte. Michaels Vermieterin, Walters Chefin half ihm nach einem langen Gespräch wieder auf die Beine und zurück in geordnete Bahnen

Der Idylle stand somit nichts mehr im Wege. Inzwischen haben wir schon einige Familiengeburtstage dort gefeiert, und es kommen hoffentlich noch viele dazu. Abseits von Telefonsignal, Elektrizität, fließendem Wasser und ‚Zivilisation‘. Eben einfach nur schön.


… a small, secluded alpine cabin.

How a first impression can be deceptive.

My grandparents on my mother’s side, who lived in Upper Styria, had rented a small alpine cabin for many decades and us children grew up with this gem and also with the nice feeling of simply being able to withdraw with the comfort of ‘non-comfort’. I mean no running water, the toilet somewhere in the woods, no electricity – really nice and rustic.

Unfortunately, the lease expired after 50 years and was not renewed. So, this particular lifestyle feeling had now been lost for us as adults.

My brother Michael, however, did not give up on holding on to this dream and through detours and the help of a friend of our family, he managed to rent a similar property after years of searching.

Standing alone. Privately owned by a very friendly elderly lady. In a very small forest clearing and extremely secluded in an absolutely quiet location.

In short – a dream to relax and unwind.

We were all happy for Michael and so he invited us to visit the cabin finally. Simply to enjoy the location and in the future spending some time off there with him.

One weekend the four of us drove to his cabin and when we arrived, we were really impressed by the isolated location and the wonderful natural spectacle around this small wooden building. My brother mentioned in his enthusiasm that nobody would ever come by here and that he had this place to himself.

The bench in front of the house door invited us to linger and so we enjoyed the peace and quiet that my brother had already raved about, inhaling the green of the surroundings …

The peaceful moment, however, did not last very long. Five minutes at most. A vehicle approached. We couldn’t see it yet, but we could hear it. As if in one movement, we all got up and looked over the small balcony down the embankment – our gaze directed at the grass-overgrown – obviously very seldom traveled – forest path.

Unbelievable! It was the police!

We looked at each other in astonishment. What could the police want from us – here in this enviable wasteland? The police car drove right up to the wooden fence in front of the cabin and two officers got out. Tension. Somehow. We really weren’t prepared for that.

The driver of the police car opened the conversation.

Hello there. We have followed you this far and would like to ask you something.”

Politely we answered the greeting and were of course ready to provide any information if we could. The officers were looking for a man who was missing and wanted to know if we had seen him. A description followed and my father mentioned that he had seen a hat by the side of the road. Black, worn, felt hat. The officers made a note of this. According to the description, my brother knew the man as an employee of the owner of the cabin, but not so well that he would know any possible whereabouts. There was concern that the person wanted had left a letter in his accommodation that suggested nothing good. We were all dismayed – although we hardly knew or didn’t know him.

The officers left their direct contact numbers and those of the headquarters for us and asked for information if we noticed anything. They were already in contact with the owner of the cabin.

Eventually the police left and the calm returned. Still, everything was now somehow covered in gray. We shook our heads in dismay and couldn’t believe how quickly a mood could change.

Nevertheless, we tried to take in the silence, which was disturbed again after a very short time. A very loud roar approached the hut on the same path that the police had just used to leave.

A rather large tractor came along the path and shook the little wooden house. My brother left the fenced-in area and went to meet the driver of the tractor. They exchanged a few words and then Michael came back. Apparently, some tree stumps that were lying in the band had to be removed and so we had a commotion and rattle and chain clink and roar for about 30 minutes until the job was done. Then we could again listen to the twittering of birds and the humming of bees and enjoy the peace and quiet.

All good things come in threes, so we were no longer astonished when, yet another vehicle came around. Now it was the landlady of the cabin and of course she was very worried about her co-worker. She had seen Michael’s car from her alpine house, a few switchbacks down, and had only now managed to come uphill to tell him – now of course us too – the disturbing story and pour out her heart. Of course, we would contact her immediately if Walter – that was the missing person’s name – showed up somewhere.

Michael’s landlady said her goodbyes and drove off.

On subsequent visits to this quiet place, we learned that Michael was right. Nobody came by here. Ever. Not even hikers or forest rangers. The first impression, which seemed like a bad movie, was wrong. Here he was really in the sticks.

Fortunately, this beautiful place was not cursed with negative news due to the fact that Walter had gone missing. He was found later, and it turned out that he had run into depts and had written this mysterious letter in an alcohol-enriched state. Michael’s landlady – and Walter’s boss – helped him get back on his feet after a long conversation and get back on track.

Nothing stood in the way of the idyll now. We have already celebrated a few family birthdays there, and hopefully there will be many more. Away from the phone signal, electricity, running water and ‚civilization‘. Simply beautiful.

… ein kleines Schwarzes.

Eindeutig eine Frauengeschichte.

Da stand ich nun. Mit der Nase zwar nicht an die Fensterscheibe gedrückt mit meinem 22 Jahren, aber viel fehlte nicht. Meine Augen sondierten die Auslage dieses für mich damals sündteuren Geschäftes und fanden das Objekt meiner Begierde nicht mehr. Diese Tatsache versetzte mir dieses schmerzvolle Gefühl eines soeben emotional erlittenen Magenstrudels.

War ich zu spät? Jetzt, wo ich mich endlich durchgerungen hatte, nicht nur das Geld aufzubringen, sondern auch die Courage, diesen ‚Store‘ überhaupt zu betreten, um mir einen Wunsch, ja Traum zu erfüllen? 

Das konnte nicht sein. Ich wollte es nicht glauben. Plötzlich erhaschte mich meine eigene Mimik im Spiegelbild des Schaufensters. Ich ertappte mich dabei, wie ich mir auf die Unterlippe biss. Reingard, das ist wieder mal so typisch!

Zu lange gewartet. Gelegenheit vertan. Wunschtraum aufgelöst. 

Aber so konnte ich diese gesamt geballte Mutansammlung der letzten vierzehn Tage auch nicht einfach verpulvern. Ich ballte meine Fäuste, überwand meine letzte Phobie, nicht als Kundin in dieses Geschäft zu passen, und trat durch die Tür.

Eine nette, sehr schlanke blonde Dame fragte nach meinen Wünschen.

„Wenn die wüsste!“, dachte ich nur. Schließlich beschrieb ich ihr dieses immens großartige, schnörkellose, einfach perfekte, kleine schwarze Kleid, das vor Kurzem noch in der Auslage gewesen war. Sie fragte mich, welches Fenster es war und ging schnurstracks zu meinem kleinen Schwarzen und nahm es samt Kleiderbügel, um es mir zu geben. Ich berührte den Stoff. Himmlisch. 

Die Verkäuferin zeigte mir die Umkleidekabine, und ich verschwand darin mit nur einer Hoffnung – dieses Kleid musste einfach passen! Und es passte.

Es war damals meine teuerste je getane Ausgabe, konnte es mir eigentlich nicht leisten und war einfach nur glücklich.

Wie lange dieses Glück hielt? 

Nun, abends zeigte ich es stolz meiner Mama, und sie bot an, es vor dem ersten Tragen im Feinwäscheprogramm zu waschen. Ich wies darauf hin, dass es nur per Hand gewaschen werden sollte. Sie überzeugte mich, dass es nicht notwendig sei – sie wusch alles Feine, auch ihren Seidenpulli mit diesem Programm.

Also gut. Das Kleid ging in die Feinwäsche – leicht und schön fallender Stoff, der mich schweben ließ. Heraus kam ein nasser harter unbeweglicher Brocken schwarzen Gewebes. Steif wie ein Brett und eingegangen bis auf zwei Drittel der originalen Länge und ein Drittel der Breite des Kleides.

Ich war sprachlos mit Tränen in den Augen. Ärger, Wut, Verzweiflung breiteten sich aus. Eine der seltenen echten Auseinandersetzungen mit meiner Mama. Ich war am Boden zerstört. Trotzdem versuchte sie mich zu beruhigen. Ich sollte einmal abwarten, bis das Kleid trocken war. 

Was sollte ich da denn abwarten? Dass ich es wie ein Holzscheit auf’s Feuer zum Verbrennen legen kann? Und den Geldbetrag, den ich sozusagen den Waschmaschinenabfluss hinuntergespült hatte gleich noch obendrauf aus Anzündhilfe? 

Ich wollte es nicht mehr sehen. Es dauerte gezählte drei Tage, bis das Kleid trocken war. Aber nach diesen drei Tagen kam meine Mama zu mir ins Zimmer und bewegte das Kleid, bügelfrei und trotzdem glatt und schwungvoll schön, duftig und sauber bei der Tür herein. 

Das Material hatte sich komplett zur Normalität gewandelt und erstrahlte im buntesten Schwarz, das ich je gesehen hatte.

Ich umarmte meine Mama, entschuldigte mich für meine Auswüchse der Verzweiflung der vergangenen Tage, und dass ich ihr nicht vertraut hatte. Sie und das Kleid umarmend, lernte ich, dass man nicht immer gleich verzweifeln musste, wenn etwas vermeintlich schiefgelaufen war, Geduld ein wichtiger Faktor im Verständnis von Prozessen war und ich jedenfalls jederzeit gute Figur ein meinem ersten kleinen Schwarzen machen würde. 

Es hängt nach wie vor in meinem Kleiderschrank und hat mir schon viel Freude bereitet. Jedes Mal, wenn ich es mit dem Feinwaschgang meiner eigenen Maschine gewaschen hatte, lächelte ich über die mädchenhafte Verzweiflung von damals, und wie weit ich seitdem gekommen war – in der Einschätzung materieller Wichtigkeit und tatsächlicher Werte.

Ach ja, und Mut wird belohnt.


… there was a little black dress.

Clearly a women’s story.

There I stood now. With my nose not pressed against the window at the age of 22, but not by much. My eyes examined the display of this for me very expensive business at the time and no longer found the object of my desire. This fact gave me the painful feeling of a gastric vortex that I had just suffered emotionally. 

Was I too late? Now that I had finally made up my mind not only to raise the money, but also the courage to even enter this store in order to fulfill a wish, even a dream?

It couldn’t be. I didn’t want to believe it. Suddenly I caught my own facial expression in the reflection of the shop window. I caught myself biting my lower lip. Reingard, that’s so typical. Again.

Waited too long. Missed opportunity. A dream just vanished.

But I couldn’t just waste all of this accumulation of courage over the past fourteen days that way. I clenched my fists, overcame my last phobia of not being a fitting customer of this shop, and stepped through the door.

A nice, very slim blonde lady asked how to help me.

“If only she knew!”, I just thought. Finally, I described that immensely magnificent without frills simply perfect little black dress that had recently been on display. She asked me which window it has been and went straight to my little black dress and took it to give it to me. I touched the fabric. Heavenly.

The saleswoman showed me the changing room, and I disappeared into it with only one hope – this dress just had to fit! And it did.

It was my most posh expense at the time, I couldn’t actually afford it and was just happy.

How long this happiness lasted? 

In the evening, I proudly showed it to my mom, and she offered to wash it in the delicate cycle before wearing it for the first time. I pointed out that it should only be hand washed. She convinced me that that wasn’t necessary – she washed everything fine, including her silk sweater, with this program.

All right then. The dress went into the delicate wash – light and beautifully falling fabric that made me float. The result was a wet, hard, immobile chunk of black tissue. Stiff as a board and shrunk to two thirds of the original length of the dress.

I was speechless with tears in my eyes. Anger, rage, and despair spread. One of the rare real arguments with my mom. I was devastated. Still, she tried to calm me down. I should wait until the dress was dry.

What should I wait there? That I can put it on the fire like a log to burn? And the amount of money that I had washed down the washing machine drain, so to speak, on top of that for lighting aid?

I didn’t want to see it anymore. It took a counted three days for the dress to dry. After these three days my mom came into my room and presented the dress, non-ironed, yet smooth and swinging, beautiful, fragrant and clean, through the door.

The material had completely changed to normal and shone in the most colorful black that I had ever seen.

I hugged my mom, apologizing for my excesses of desperation over the past few days and for not trusting her. Hugging her and the dress, I learned that you don’t always have to get desperate when something supposedly went wrong, that patience was an important factor in understanding processes and that I would always look good in my first little black dress.

It’s still hanging in my closet and has given me a lot of pleasure. Every time I washed it on my own machine’s delicate cycle, I smiled at the girlish desperation from back then and how far I’d come since then – in assessing material importance and actual values.

Oh yeah, and courage does pay off.

… eine Libelle namens Frido

Oder : Bereit zum Abflug

Der Tag war nach ein paar Jahren endlich gekommen, sich von seiner schützenden Larvenhaut zu befreien. Dieses hautenge Chitin-Mäntelchen war ja auch wirklich einengend. Wie sollte sich Frido da entfalten können? Zum aus der Haut fahren.

Aber jetzt war es soweit. Endlich raus und das satte Grün der Natur aufnehmen. Eine Ahnung davon war ja bereits durch den Stützpanzer zu sehen gewesen. Und all diese Geräusche. Hohe und tiefe Töne, manche machten Frido gar wieder ängstlich, und er wollte zurückklettern in die nun leere Hülle, die er hinter sich gelassen hatte. 

Es half nichts. Seine Lebenszeit als Großlibelle war gekommen. Hinaus in die Welt. 

Mann, das Entfalten war mühsam. Keine Wunder – nach so langer Zeit im Schlamm in seiner eigenen Rüstung. Ist ja richtig anstrengend. Irgendwas blendete Frido. Etwas Helles. Von oben. Da blinzelte etwas zwischen den Ästen des Baumungetüms hervor. Irgendwie war das aber auch angenehm. 

Es wurde ein wenig leichter, die Beine zu bewegen. Wow – bin ich steif. Na, das kann ja heiter werden. Das soll das Leben sein? Vielleicht hätte ich doch im Morast bleiben sollen. Da war es wenigstens kuschelig. OK, ein paar weitere Schritte. Meine Güte, der Boden ist vielleicht uneben. Alles verbiegt sich da. Aber die Farbe ist hübsch.

Plötzlich eine starke Vibration. Ein unermesslich lautes Gedröhn. Meine Güte, was ist das denn jetzt? Ein riesengroßes, schwarz-rotes Monster kam immer näher auf Frido zu. Aber seine Flügel funktionierten noch nicht. Schnell weglaufen ging auch nicht. Verdammt!

Soll es das schon gewesen sein?

Nach dem jahrelangen Ausbacken im Schlamm? Das gibt’s ja jetzt doch nicht – das Ding kam immer näher. Die Vibration eindeutig zu spüren. 

Da – rund 10 Zentimeter bevor es sich über Frido verdunkeln sollte, blieb das drachenähnliche Irgendwas direkt hinter ihm stehen. Es bewegte sich aber trotzdem etwas. Etwas Zweibeiniges. Sonderbares Wesen. Es konnte seine Beine super bewegen und sogar abbiegen. Was ist denn das jetzt? Ich muss meine Beine schneller bewegen und was ist denn jetzt mit diesen Flügeln? Sind die für irgendetwas gut oder nur luxuriöse Zierde? 

Das Wesen pflanzte sich direkt bei Frido in den Weg, also eigentlich Wiese. Der Lärm ging weiter, aber Fridos Angst schwand. Das Wesen starrte ihn nur an und klickte mit irgendwas. Einem flachen Kästchen. Klick-klick-klick und tat dann etwas, ohne Geräusch. 

Da! Endlich! Fridos Flügel waren endlich bewegbar. Irgendwie noch wie schwer. Aber beweglich. Etwas mehr Mühe jetzt! Damit ich abheben kann, dachte Frido. Ein zweites Wesen mit solchen zwei Beinen kam dazu. Irgendwas war gemurmelt worden, übertönt vom Geräusch des ursprünglichen Monsters. 

Jetzt! Na bitte! Die Flügel fingen an, vibrieren zu können und es hatte nichts mit der Vibration des Ungetüms im schwarz-roten Kleid zu tun. Das stand zwar laut, aber unbeweglich am selben Platz. Reiß Dich zusammen Frido, bald kannst Du einfach wegfliegen. Ein paar Lockerungsübungen noch und …

Frido hob ab. Ging rund 30 Zentimeter hoch. Dann nach vor. Etwas zurück. Weitere 40 Zentimeter hoch. Die zweibeinigen Wesen beäugten ihn wie ein außerirdisches Wesen.

Die Großlibelle Frido konnte nicht ahnen, was für ein Naturschauspiel es für die Erdenbürger gewesen war, ihm bei seiner Entfaltung zuzusehen. Der Zufall, diese paar Minuten miterleben zu dürfen und das Glück, Frido im Gras gesehen zu haben, bevor er vom Rasenmäher erwischt worden war, entsprach einem kleinen Wunder. 

Frido sauste dahin, sein Leben zu leben und die Zweibeiner gingen zurück zu ihren Taten. Um ein paar Fotos und Videos reicher und einer Erinnerung für sehr, sehr lange Zeit.

P.S. Wie lustig das Video ist auf Grund des Geräusches des Rasenmähers im Hintergrund zu Fridos‘ Flügelmotorstart macht es sogar unvergesslich. (zum Instagram post)


… there was a dragonfly named Frido

Or : ready to take off

After a few years, the day had finally come to get rid of its protective larval skin. This skin-tight chitin coat was really restrictive. How should Frido be able to develop? It was enough to blow his top.

But now the time had come. Finally getting out and take in the lush green of nature. An inkling of this could already be seen through the armored skin. And all these noises. High and low notes, some even made Frido fearful, and he wanted to climb back into the now empty shell that he had left behind.

It did matter now. His life as a dragonfly had come. Out into the world.

Man, it was a chore to unfold. No wonder – after so long in the mud in his own armor. It’s really exhausting. Something blinded Frido. Something bright. From above. Something peeked out from between the branches of the monster tree. But somehow that was also pleasant.

It got a little easier to move the legs. Wow – am I stiff. Well, that’ll be fun. Is that supposed to be ‚life‘? Maybe I should have stayed in the quagmire after all. At least it was cozy there. OK, a few more steps. Gosh, the ground was uneven. Everything bends here. But the color is pretty.

Suddenly a strong vibration. An immeasurably loud roar. Goodness, what’s that now? A huge, black and red monster came closer and closer towards Frido. But his wings weren’t working yet. Running away quickly wasn’t possible either. Damn it!

Is that supposed to be it already?

After years of baking in the mud? Can’t be right – the thing was getting closer and closer. Clearly the vibration got stronger.

Now – about 10 centimeters before it should darken over Frido, the dragon-like something stopped right behind him. But something moved anyway. Something two-legged. Strange being. It could move its legs very well and even bend them. What is that now? I have to move my legs faster and what about those wings now? Are they good for anything or just a luxurious ornament?

The being planted itself in Frido’s path, actually the grass. The noise continued, but Frido’s fear vanished. The being just stared at him and clicked something. A flat box. Click-click-click and then did something without making a sound.

There! At last! Frido’s wings were finally movable. Somewhat difficult. But agile. A little more effort now! So, that I can take off, thought Frido. A second being with such two legs came along. Something had been murmured, drowned out by the sound of the original monster.

Now! There you are! The wings began to vibrate, and it had nothing to do with the vibration of the monster in the black and red dress, which was loud, but still in the same place. Pull yourself together Frido, soon you can just fly away. A few more relaxation exercises and …

Frido took off. Went about a foot high. Then forward. A little back. Another foot high. The two-legged beings eyed him like an alien.

The dragonfly Frido could not have guessed what a natural spectacle it had been for the people on earth to watch him unfold. The coincidence of being able to witness these few minutes and the luck of having seen Frido in the grass before he was caught by the lawn mower was a small miracle.

Frido rushed to live his life and the humans went back to their deeds. Being a few photos and videos of him richer and a memory for a very, very long time.

P.S. How funny the video is because of the noise of the lawn mower in the background to Frido’s wing motor start, makes it actually unforgettable. (watch on IG-post)

… eine eingesparte Sekunde.

Warum mein Mann nach einer Überseereise meinen Nagellack brauchte – oder was ich als ungeduldig bezeichne.

Es gibt Menschen, die machen mich auf Grund ihrer unausgesprochen ausgeprägten Geduld schon wieder nervös. In Wirklichkeit beneide ich sie aber. Ich gehöre nicht zu diesen selbstbeherrschten Menschen. Aber eines steht fest: ich bin trotzdem geduldiger als mein Mann Mark.

Vor vielen Jahren waren wir gemeinsam unterwegs von Graz in die USA, was eher selten vorkam. Entweder reiste ich in die eine oder Mark in die andere Richtung auf Grund von Arbeit, familiären Angelegenheiten oder sonstigen Umständen, aber hier kam es, dass wir zusammen unterwegs waren. 

Es war im Frühjahr 2012, aber noch bevor wir verheiratet waren. Mark’s Mutter ging es nicht besonders gut, und wir wollten zu ihr. Die Flugverbindung war nicht ideal. Wir hatten zwei Layovers – eines in Deutschland und eines in Chicago, port of entry. 

Nach den Flügen von Graz nach Frankfurt und dann nach Chicago hofften wir, dass die Pass- und Zollkontrolle dort rasch zu bewerkstelligen sein würde, da zwar schon Zeit für den weiteren Flug nach Denver war, aber auch nicht übermäßig großzügig. Am Flughafen Chicago die Maschine verlassend, war es doch etwas schleppend, aber endlich kamen wir zur Passkontrolle.

Von hier nahm das Unheil seinen Lauf …

Da ich bereits wiederholter Male in die Staaten gereist war unter dem VWP (Visa Waiver Program) wurde ich vom im Dienst befindlichen Immigration Officer gebeten aus der Reihe zu treten, da ich mich einer genaueren Überprüfung unterziehen sollte. Wie, was jetzt? Stellte ich eine Gefahr für die Vereinigten Staaten von Amerika dar? Mark und ich sahen uns verblüfft an. „There was a red flag next to my name“ 

So saß ich nun, getrennt von Mark, der mich nicht begleiten durfte, auf den Supervisor der Einreisebehörde wartend. Wissend, dass inzwischen unser Gepäck irgendwo in einem hiesigen Gepäckbandringelspiel seine Runden drehte. Bewusst, dass wir nun unseren Anschlussflug versäumen würden. Nicht ahnend, was hier auf mich eventuell zukommen würde. Ich gähnte. Ich war müde. Da wurde ich aufgerufen. Mit Handgepäck und meinem gesamten Einreisepapierzeugs trappelte ich los und mir wurde von einer eigentlich sympathischen Officer-Lady ein Stuhl angeboten.

Ich ließ mich nieder. Es ging los.

  • Was ich hier so oft mache? – Ich reise mit meinem Verlobten.
  • Ist er Amerikaner? – Ja.
  • Warum ich so oft käme? – Ahm, ich reise mit meinem Verlobten, der Amerikaner ist?
  • Was der Grund meines Aufenthaltes sein wird? – Wir kümmern uns um seine kranke Mutter.

So ging es weiter. Alles mögliche. Zwischendurch hoffte ich, dass Mark ein Bier trinken gegangen war …Nächste Frage:

  • Ob ich mir bewusst sei, dass ich die Sozialleistungen der USA nicht ausnutzen könne?Das traf meine österreichische Seele mitten ins Schwarze

Wie jetzt? Versteh‘ ich jetzt nicht! Haben Sie mal geschaut, woher ich komme?

Das war dann mal meine Frage an die nette sympathische ihre Fragen runter arbeitende Supervisor Officer*in.

Österreich. Ich komme aus Österreich. DAS ist ein Sozialstaat. Da blecht man Länge mal Breite und Höhe in den Topf ein, ob man was braucht oder nicht. Hier ist außerdem meine Reiseversicherung, die bestätigt, dass mir alle Arztkosten samt Rückflug und Pipapo zurückbezahlt werden, falls ich in den Staaten gesundheitliche Hilfe in Anspruch nehmen muss, die ich ohnehin vorher alle selbst berappen muss.

Ich gebe zu, dass ich hier und da etwas ungeduldig war.

Aber jetzt hatte ich sie gedanklich erreicht. Sie lächelte und meinte nur, dass mein Englisch echt gut sei, und sie mir nun einen schönen Aufenthalt wünsche. Fügte aber noch eine Info hintendran – ich sollte nicht öfter als dreimal pro Jahr einreisen. Was ich ohnehin nicht vorhatte…

Etwas geschlaucht verließ ich das Szenario nach eineinhalb Stunden, was uns 4 zusätzliche Stunden kostete, da hier erst der nächste Flug nach Denver ging. Wir rechneten uns aus, dass unsere gesamte Reise dann in etwa sieben Stunden länger dauerte, da die Transportfrequenz zum Zeitpunkt der Landung in Denver dementsprechend geringer ausfiel. 

Ich war aber zu müde, um darüber nachzudenken. Als wir endlich beim Abfluggate nach Denver waren, wollte Mark nochmals seine Mutter anrufen. Und jetzt komme ich endlich zum Titel dieser Story:

Als er von diesem Anruf retour kam hatte er einen dicken, blutigen und blutunterlaufenen Finger. Keine Ahnung wie meine Reaktion war, müde an den Schalter gelehnt, unfähig mich zu rühren, aber ich musste schließlich die offensichtliche Ein-Wort-Frage stellen:

„How?“

Mark wollte auf dem Weg zurück zu mir ein paar langsameren Passagieren ausweichen, dabei hatte er einen leeren Gepäckwagen weggeschoben, der aber noch immer schwer genug war in dieser Bewegung und der Fehlstellung der Räder Marks Finger zwischen den Metallgriff des Vehikels und einem Metallgeländer mit Wucht einzuquetschen. 

Unfassbar – auf einer Reise mit 38 Stunden Gesamtzeit von Aufstehen bis Ankommen, wollte er eine oder vielleicht zwei Sekunden einsparen. Das nenne ich Ungeduld.

Mark hat sich dann für vier Monate mit meinem Haut farbenen Nagellack seinen Finger verschönert. Das Nagelbett war sehr verletzt, der Nagel war aber nie abgefallen. Es dauerte ein halbes Jahr, bis alles wieder normal war.

Und die Moral von der Geschicht‘ – quetsch Dir Deine Finger nicht. Oder zitiert:

Ein Augenblick der Geduld kann vor großem Unheil bewahren.

Ein Augenblick der Ungeduld sehr viel zerstören.

(Chinesisches Sprichwort)


… there was a second saved.

Why my husband needed my nail polish after traveling overseas or what I call impatient.

There are people who make me nervous just because of their unspoken patience. However, I actually envy them. I am not one of those self-controlled people. But one thing is certain: I am still more patient than my husband Mark.

Many years ago, we were traveling together from Graz to the USA, which was rare. Either I was traveling one way or Mark the other for work, family matters, or other reasons, but this was where we got to travel together.

It was spring of 2012, but still before we were married. Mark’s mother was not doing very well, and we wanted to see her. The flight connection was not ideal. We had two layovers – one in Germany and one in Chicago, port of entry.

After the flights from Graz to Frankfurt and then to Chicago, we hoped that the passport and customs control there would be done quickly, since there was just the right time for the further flight to Denver, but also not excessively generous. Leaving the plane at Chicago Airport was a bit slow, but we finally got to passport control.

From here the misfortune took its course …

Having traveled to the States on multiple occasions and following the VWP (Visa Waiver Program), the on-duty Immigration Officer asked me to step out of the line because I should undergo a closer inspection. What now? Did I pose a threat to the United States of America? Mark and I looked at each other in amazement. „There was a red flag next to my name.“

Well, there I sat then, separated from Mark, who was not allowed to accompany me, waiting for the immigration supervisor. Knowing that in the meantime our luggage was doing its rounds somewhere in a local baggage claim like a circle training. Aware that we would now miss our connecting flight. Not able to guess what might happen to me here. I yawned. I was tired. Then my name was called. With hand luggage and all my immigration papers, I started trotting there and was offered a chair by an actually friendly lady officer.

I sat down. It started.

  • What do I do here so often? – I’m traveling with my fiancé.
  • Is he American – Yes.
  • Why do I come so often? – Uhm, I’m traveling with my fiancé, who is American?
  • What will be the reason for my stay? – We’ll take care of his sick mother.

It went on. Everything imaginable. In between, I was hoping that Mark had gone for a beer somewhere … Next question:

  • If I am aware that I cannot take advantage of US benefits? – Now that hit my Austrian soul into the bulls’ eye.

„What right now? I don’t understand! Have you even looked where I’m from?“

That was my question to the nice, personable supervisor officer who worked down the list of her questions.

„Austria. I’m from Austria. Now THAT is a welfare state. You fork over length times width and height into the pot, whether you need something or not. Here is also my travel insurance, which confirms that I will be reimbursed all medical expenses, including the return flight and all the bells and whistles, if I have to seek health care in the United States, which I have to pay for myself beforehand anyway.

I admit that I felt a bit impatient there and then.

But I must have reached her because she smiled, said that my English was really good and that she now wished me a nice stay. But also added a piece of information afterwards – I shouldn’t enter the country more than three times a year. What I wasn’t going to do anyway …

I left the scenario a bit tired after an hour and a half, which cost us four additional hours, as the there was no earlier flight to Denver. We calculated that our entire journey would then take about seven hours longer, as the transport frequency at the time of landing in Denver was correspondingly lower.

But I was too tired to think about it. When we finally got to the departure gate in Denver, Mark wanted to call his mother again. Now I finally come to the title of this story:

When he came back from this call, he had a thick, bloody and bloodshot finger. I have no idea what my reaction was, leaning tiredly against the counter, unable to move, but I ended up having to ask the obvious one-word question:

„How?“

Mark had wanted to avoid a couple of slower passengers on the way back to me, but he had pushed away an empty baggage cart, which was still heavy enough in its movement and misalignment of the wheels to crush Mark’s fingers between the metal handle of the vehicle and a metal railing.

Incredible – on a journey with a total time of 38 hours from getting up to arriving, he wanted to save a second or maybe two. I call that impatience.

Mark then hid his black fingernail for four months with my skin-colored nail polish. The nail bed was badly injured, but the nail never fell off. It took six months before everything was back to normal.

The moral to this ‘flinger” – don’t pinch your finger. Or quoted:

A moment of patience can save you from great calamity.

A moment of impatience might destroy a lot.

(Chinese proverb)

… eine Überlebensschachtel.

Wie ich vor kurzem in meine abenteuerliche Kindheit eintauchte.

Wenn man in einer Familie aufwächst, wo Angeln ein großes Thema ist, dann lernt man dies von der Pike auf. Auch als Mädchen. 

Mein Urgroßvater war ein Angler, mein Großvater, mein Papa, sein Bruder und auch mein Bruder. Auch mein Onkel mütterlicherseits war ein passionierter Angler, und mit passioniert meine ich im Respekt für die Natur und Kreatur. So bin auch ich in großer Achtung vor der Natur aufgezogen worden und habe sehr viel und vor allem durch meinen Vater diesbezüglich gelernt. 

Ich kenne viele Blumen und Pflanzen, Pilze, Bäume, Insekten, Schlangen, Kröten, Frösche und auch Fische und kann sie bestimmen. Wenn man so aufwächst, warten auch immer und überall kleinere und größere Abenteuer.

So haben mein Bruder Michi und ich Waldhäuser gebaut – das war noch in einer Zeit, wo mir Spinnen egal waren (eines der wenigen nützlichen Tiere, die ich einfach nicht besonders mag) und ich überall mit ihm und manchmal Cousins und Cousine oder mit Nachbarkindern durch’s Dickicht schlurfte, überall Erdschmutzspuren, Kletten im langen Haar und Hautkratzer einsammelnd.

In mancher dunklen Erdhöhle einer alten Baumwurzel (wenn man klein ist, passt man da noch rein) verkrochen erzählten wir uns dann mystische Geschichten, bis wir uns kaum mehr raustrauten. Eines war unseren Eltern dabei aber immer wichtig – bei Einbruch der Dunkelheit mussten wir zuhause sein, worauf sie sich im Großen und Ganzen verlassen konnten. 

Mein Bruder ist vier Jahre älter als ich und wurde von meinem Vater gut dahin erzogen, der Beschützer zu sein – egal, was komme. Der, der auf seine kleine Schwester aufpasst und ihr diverse Handgriffe zeigt, die ihm selbst beigebracht worden waren und die man auch als Mädchen kennen musste. Wie Schnitzen zum Beispiel. Pfeil und Bogen machen aus Weidenästen und einiges mehr.

Da ich fast immer und überall dabei war, stand mir schließlich nach reiflicher Überlegung meines Bruders eine Überlebensschachtel zu.

Diese sah folgendermaßen aus:

Eine Kunststoffschachtel (wasserdicht selbstverständlich) einer seiner Märklin Z Spur Eisenbahnlokomotiven in der Größe 8 x4 x 2,5cm. Auf der Bodenseite hatte mein Bruder meinen Namen und Adresse und die Telefonnummer aufgeklebt. Damit jeder wusste, dass dies auch meine Schachtel war und natürlich, falls mich jemand damit finden sollte, man meine Familie verständigen konnte. Ich hatte schon lange nicht mehr an die alte Telefonnummer gedacht. 

  • Dann enthielt die Schachtel ein paar Streichhölzer und den Abrieb dafür – fein säuberlich ausgeschnitten. 
  • Eine Fischerschnur – um eine kleine Schraube gewickelt und mit Tixo verklebt.
  • Fischerhaken – sicher verpackt in einem kleinen Lederetui
  • Eine Filzstiftverschlusskappe gefüllt mit verschiedenen Fischerschnurbleien – das sind ganz kleine Stücke aus Blei, die man je nach Windstärke oder Intensität eines Fließgewässers anbringt, damit die Schnurspannung passt.
  • Ein Korkschwimmer für Fischen an stilllen Gewässern.
  • Dann ein kleiner Bleistift und ein paar Zettelchen. Für eine Flaschenpost, wie ich heute annehme.
  • Eine Schnur. Für – einfach alles mögliche.
  • Und ein kleiner Spiegel. Der war nicht für die Korrektur der „Klettenimhaar-Frisur“ gedacht oder ob die Erdschmutz-Kriegsbemalung noch in Takt war, sondern um – sobald die Streichhölzer ausgegangen waren – ein Feuer mit dem Lichteinfall der Sonne und etwas Brennbarem wie Stroh oder Heu oder Ähnlichem starten zu können.

Wenn ich so darüber nachdenke, überkommen mich zwei starke Empfindungen.

Die erste ist, wie abenteuerlich dies wirklich gewesen wäre oder auch sein würde, mit einer solchen Überlebensausstattung auskommen zu müssen. Heute wäre das wohl kaum mehr möglich, da es so versteckte und abgelegene Landstriche mit befischbaren Gewässern gar nicht mehr gibt, wo einem nicht innerhalb eines Tages irgendjemand begegnet.

In Kanada oder Sibirien vielleicht – aber da müsste es mich erstmal dorthin verschlagen. Außerdem hätte ich da gerne auch ein Messer oder gar Stärkeres dabei für die Verteidigung gegen Größeres als Spinnen.

Aber was mich wirklich berührt ist, diese Fürsorge, die mein Bruder, der sich selbst ein Überlebensmesser gebaut hatte, in diese kleine Schachtel gepackt hatte. Eine kleine Box mit Hilfsmitteln, um zu überleben. Durchdacht. Präzise ausgesucht, damit alles hineinpasst. Akribisch überlegt, was man da braucht, wenn man in der Wildnis verloren geht.

Eine meiner top Lieblingsgeschichten, wenn es um meine gemeinsame Kindheit mit meinem Bruder geht.


… there was a survival kit.

How I recently immersed into my adventurous childhood.

When you grow up in a family where fishing is a big thing, you learn it from scratch. Even as a girl.

My great-grandfather was a fisherman, my grandfather, my dad, his brother as well as my brother. My uncle (mother side) was also a passionate fisherman, and by passionate, I mean respect for nature and creature. So, I was brought up with great respect for wildlife and learned a lot about it, especially from my father.

I know many flowers and plants, mushrooms, trees, insects, snakes, toads, frogs, and also fish and can identify them. When you grow up like this, smaller and larger adventures always await you everywhere.

This is how my brother Michi and I built forest houses – that was back in a time when I didn’t care about spiders (one of the few valuable animals that I just don’t particularly like) and I shuffled through the thicket with him everywhere and sometimes with cousins ​​or neighbor kids, collecting dirt, burdock in my long hair and scratches on the skin everywhere.

In some dark caves of an old tree root (if you are small, you can still fit in there), we told each other mystical stories until we hardly dared to venture out again. One thing was always important to our parents – when dusk set in, we had to be at home, which they could largely rely on.

My brother is four years older than me and was raised well by my father to be the protector no matter what. The one who takes care of his little sister and shows her various knacks that he had been taught himself and that you had to know even as a girl. Like carving, for example. Making bows and arrows from willow branches and a lot more.

Since I was part of almost everything – always and everywhere and after careful consideration of my brother, I was finally entitled to a survival box.

It looked like this:

A plastic box (waterproof, of course) of one of his Märklin Z gauge railway locomotives in the size 3 x 1,5 x 1 inches. My brother had glued my name, address and phone number on the bottom side. So that everyone knew that this was my box and of course, if someone should find me with it, my family could be informed. I hadn’t thought of the old phone number for a long time.

  • Then the box contained a couple of matches and the abrasion for them – neatly cut out.
  • A fishing line – wrapped around a small screw and fixed with a Scotch tape.
  • Fishing hooks – securely packed in a small leather pouch.
  • A felt-tip pen cap filled with various fishing line leads – these are very small pieces of lead that are attached depending on the wind strength or intensity of a flowing water, so that the fishing line tension fits.
  • A cork float for fishing in calm waters.
  • Then a small pencil and a few pieces of paper. For a message in a bottle, as I assume today.
  • A string. For – just about anything.
  • And a small mirror. This was not intended for correcting the “burdock hairstyle” or whether the dirt war paint was still intact, but rather to to be able to start a fire with the light of the sun and something flammable like straw or hay or the like – as soon as the matches had run out.

When I think about it like this, two strong feelings come over me.

The first is how adventurous it really would have been or would be to have to make do with such survival equipment. Today that would hardly be possible anymore because there are no longer such hidden and remote areas with fishable waters where you don’t meet someone within a day.

Maybe in Canada or Siberia – but I would have to end up there first. I would also like to have a knife or even a something stronger for defense against anything bigger than spiders.

But what really touches me is this care that my brother, who built himself a survival knife, put in this little box. A small box with tools to survive. Thought out. Carefully selected so that everything fits. Meticulously thought about what you need when you get lost in the wilderness.

One of my all-time favorite stories when it comes to my shared childhood time with my brother.

… eine kleine Hilfe mit großer Wirkung.

Oder: Wie mir ein renommierter Zahnarzt die erste Angst genommen hat.

All jene, die meine „Es war einmal …“ – Geschichten lesen, wissen, dass ich über Umwege zu meinem heutigen Aufgabengebiet und schlussendlich Leidenschaft gekommen bin. Für diejenigen, die erst jetzt dazukommen – ich bin eigentlich gelernter Handwerker – Ledergalanteriehersteller- und Taschnermeister.

Aber nun zur Sache.

Zu den Aufgaben dieses Handwerks zählen nicht nur Design und Sonderanfertigungen von Kundenwünschen, sondern auch Reparatur und Restaurierung alter und erhaltenswerter Taschen – besonders auch Ärztebügeltaschen. Diese schönen Stücke aus vergangener Zeit, wiesen feines Handwerk, aber auch Muskel forderndes Einpassen von Bügeln auf, die fachgerecht mit feinen Nägelchen ‚verklopft‘ (ja, das ist der Fachbegriff) werden mussten, um Bügel mit Leder fix zu verbinden. 

Bei einer Restaurierung einer solchen Arzttasche musste ich Neuling also den alten Bügel abmontieren, der mit insgesamt rund 30 kleinen Nägeln mit seinem passenden Metallgegenstück verbunden war. Hierzu wurde ganz einfach ein Schraubenzieher verwendet …

Zwischen Leder und Metallteile – zart aufbiegen – SCHNAPP – Nägelchen herausgehüpft. Zwischen Leder und Metallteile – zart aufbiegen – SCHNAPP – Nägelchen herausgehüpft. Zwischen Leder und Metallteile – zart aufbiegen – AUTSCH – AUSGERUTSCHT.

OH-OH! Der Schraubenzieher steckte im Daumenballen meiner linken Hand.

Ich weiß nicht, wie groß meine Augen aufgerissen waren, aber in diesem Moment musste ich wohl einen Auf- oder Ausschrei von mir gegeben haben, da alle mich ansahen. Mitarbeiter, Chefleute, Kunden ca. 5-6 Meter entfernt von der Werkstatt.

Meine Hand schwoll in Sekundenschnelle wie ein Ballon an – kein Blut. Eigenartig. Ich kann mich genau erinnern, dass ich mir dachte: eigenartig. Ich war irgendwie anscheinend doch geschockt, und da rief meine Chefin auch schon die Rettung an. Die Hand schwoll weiter an.

Da meinte plötzlich ein älterer Herr, der Kunde bei uns war, ob er sich meine Hand ansehen dürfe. Den Schraubenzieher in Balance haltend ging ich zu ihm. Er sah sich die Hand an und meinte, dass er Zahnarzt sei und wenn ich ihm vertraue, er mir den Schraubenzieher rausziehen würde. Blicke wechselten – ja bitte.

Der nette Herr zog das Werkzeug heraus. Noch immer kein Blut. Er verzog das Gesicht. Das sei zwar dumm, meinte er, weil nun das ganze Blut sich in der Hand stauen würde – darum auch die schnelle Anschwellung, es aber keine Besorgnis gäbe. Er meinte aber auch, dass es gut sei, ins Unfallkrankenhaus geführt zu werden, da man hier nicht feststellen konnte, ob eine Sehne verletzt sei. Er meinte dann auch noch, dass es einige Zeit dauern würde, bis das geheilt sei – sogar, wenn die Sehne nicht verletzt sei – da das Blut sich zurückbilden müsse in der Hand.

Die Rettung kam. Meine Kollegin – heute beste Freundin – hatte mir inzwischen meine Habseligkeiten gebracht, und ich wurde von der Rettung ins Spital geführt. Wie oft ich mich bei dem netten Herren bedankt habe – mehr mit Blicken als mit Worten – kann ich heute nicht mehr sagen.

Meine Hand war schließlich blau und wurde verarztet, sah aus wie aus einem schlechten Zombie-Film, ich bekam eine Tetanus-Impfung und mein Krankenstand dauerte zwei Wochen.

Später habe ich dann den Namen des Zahnarztes erfragt und mich noch persönlich bedankt. Dazu bin ich extra in seine Ordination gefahren und habe ausgesuchte Schokolade vorbeigebracht (… auch Zahnärzte mögen mal was Süßes …). Er meinte, dass sei doch selbstverständlich und gar nicht notwendig.

Aber für mich war es in dem Moment meiner ersten (nicht letzten) beruflichen Verletzung ein Segen, dass er da gewesen war – und das sollte man Menschen immer wissen lassen. Manche Menschen machen einen großen Unterschied, auch wenn es für sie selbst eine Kleinigkeit ist.


Or: How a renowned dentist relieved me of my first fear.

All those who read my „Once upon a time …“ stories know that I took a detour to my current area of ​​responsibility and ultimately to my passion. For those who are only now joining – I am actually a skilled craftsman – master or leather haberdashery manufacturing and master bag maker.

But now to the point.

The tasks of this craft include not only design and custom-made products, but also the repair and restoration of old bags that are worth preserving – especially doctors’ bags. These beautiful pieces from a bygone era showed fine craftsmanship, but also muscle-demanding fitting of metal braces, which had to be professionally ‚tapped‘ with fine nails (yes, that’s the technical term) in order to fix the braces together with leather.

When restoring such a doctor’s bag, I – the greenhorn – had to remove the old bracket, which was connected to its matching metal counterpart with a total of around 30 small nails. Used for this was simply a screwdriver …

Between leather and metal parts – bend up gently – SNAP – popped out nail. Between leather and metal parts – bend up gently – SNAP – popped out nail. Between leather and metal parts – bend up gently – OUCH – SLIPPED.

OH-OH! The screwdriver was stuck in the ball of my thumb on my left hand.

I don’t know how big my eyes were, but at that moment I must have made an outcry or an uproar as everyone was looking at me. Employees, boss, customers approximately 15-20 feet away from the workshop.

My hand swelled like a balloon in seconds – no blood. Strange. I can clearly remember thinking to myself: strange. I was somehow apparently shocked after all, and then my boss called the rescue. The hand continued to swell.

Suddenly, an elderly gentleman – a customer – who was right there said and asked, whether he could take a look at my hand. Balancing the screwdriver, I walked over to him. He looked at the hand and said that he was a dentist and that if I trusted him, he would pull out the screwdriver for me. Glances exchanged – yes please.

The nice gentleman pulled out the tool. Still no blood. He made a face. That was too bad, he explained, because now all the blood would accumulate in the hand – hence the rapid swelling, but there was no concern. He also said that it would be good to be taken to the emergency room, since it was not possible to determine whether a tendon was injured here. He then added that it would take some time for it to heal – even if the tendon wasn’t injured – as the blood in the hand would have to recede.

The ambulance arrived. My colleague – now my best friend – had brought me my belongings in the meantime, and the ambulance took me to the hospital. How often I thanked the nice gentleman – more with looks than with words – I can no longer say anymore.

My hand eventually turned completely blue and got medical care, it looked like something out of a bad zombie movie, I got a tetanus shot and my sick leave lasted two weeks.

Later I asked for the name of the dentist and thanked him personally. To do this, I drove to his office and brought selected chocolates over there (… even dentists like something sweet every now and then…). He said that was his pleasure to help and not necessary at all.

But for me at the moment of my first (not the last) professional injury it was a blessing that he had been there – and you should always let people know that. Some people make a big difference, even if it’s a a little thing to them.