… ein schwere emotionale Zwangslage. (Teil 2)

Wie ich mich zwischen zwei meiner liebsten Männer entscheiden musste.

Fortsetzung…

Da wurde mein Vater bewusstlos, brach zusammen und war für sicher eine Minute ‚weg‘. Ich schob meine Mutter zur Seite, die weder die körperliche Kraft hatte, meinen Vater zu stützen, noch war sie emotional fähig, Herrin der Lage zu sein.

Das war einfach mehr als eine Gastritis. Mein Bruder führte schließlich die Telefonate. Glücklicherweise war ein Notarzt wirklich in der unmittelbaren Nachbarschaft und bereits nach zwei Minuten da. Mein Vater wehrte sich erst und wollte nicht ins Spital, aber wir bestanden alle darauf – inklusive Notarzt. Mein Bruder fuhr mit meiner Mutter nach ins Spital. Ich mit meinem Auto, um flexibel zu sein. Mein Vater wurde stabilisiert. Die erste Diagnose war sehr vage, bis nicht möglich. Untersuchungen waren für den nächsten Tag angesetzt. 

19.12. Ich hatte gleich bei meiner Mutter übernachtet. Wir fuhren ungeduldig wartend am frühen Nachmittag ins LKH in Enzenbach-Rein. Eine genauere Diagnose war laut behandelnder Ärztin noch nicht möglich, mein Vater musste ins LKH-Graz gebracht werden. Sie zog mich in einem näheren Gespräch ins Vertrauen und meinte, dass eine Verengung des Darmes vorlag, aber es könne sich auf Grund der Form laut Ultraschall zwischen Darmwandentzündung (eventuell ausgelöst durch die noch ungeklärte Gastritis) aber auch Tumor handeln. Also irgendwie unerfreulich unbestimmt. Warten.

Mein Vater wurde mit der Rettung ins LKH-West in Graz geführt, wo am 20.12. die nächsten Untersuchungen stattfinden sollten. Insgesamt ging es ihm soweit gut. Die Bewusstlosigkeit hatte er irgendwie ausgeklammert. Wurde ihm aber erklärt. Er muss einen Schmerz gespürt haben, der einfach unerträglich war und so hat der Körper kurzfristig auf Schockzustand umgestellt. Er sah sich zu Weihnachten wieder zu Hause. Ich war mir nicht so sicher.

Die Zeit verging plötzlich extrem schnell. Ich wusste nicht, was ich tun sollte.

Sollte ich meinen Flug zwei Tage später canceln? Es war Abend des 19.12., ich stand nachdem ich das LKH verlasen hatte in der Wohnung und ich konnte keinen klaren Gedanken fassen. Ich hatte meinen Mann seit 6 Monaten nicht gesehen, der eine schwere Augenoperation und eine harte Zeit hinter sich hatte, ich selbst war ausgelaugt – mental und auch körperlich von einem sehr intensiven Halbjahr – und hier lag mein Vater im Krankenhaus und niemand wusste, was er wirklich hatte. Ich wollte unbedingt bleiben, aber ich wusste, dass mein Vater das nicht wollte. Er wusste, wie sehr er meine Mutter vermisste, wenn sie nicht zusammen waren – er wollte, dass ich fliege. Am 20.12. lagen auch noch keine definitiven Ergebnisse vor, man wartete auf Befunde.

Mein Mark sagte, bleib. Mein Vater sagte, flieg. Ich dachte – F**K.

Ich entschied mich für den Flug, was nicht hieß, dass ich mich gegen Papa entschied, aber innerlich ganz für mich selbst irgendwie doch. Er bettelte mich aber regelrecht an, zu Mark zu fliegen, denn wenn es „nur eine Kleinigkeit“ war, hätte ich diese überbewertet und Zeit mit Mark vertan. Und wenn es mehr war, dann könne ich ja jederzeit zurückkommen.

Am 27.12.2016 wurde mein Vater Tumor operiert. Bösartig. Metastasen. Tumorstadium 4.

Heilung ausgeschlossen. Palliative, lebensverlängernde Maßnahmen. | Lebensverändernd. Lebensbeendend.

Eines war glasklar. Es gab eindeutig, nur mehr füreinander da sein. Bei jedem Schritt, wann immer er mich brauchte. 

Es war keine Frage einer emotionalen Zwangslage mehr.

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… a severe emotional predicament. (Part 2)

How I had to choose between two of my dearest men.

Continuation …

Then my father passed out, collapsed and was ‚gone‘ for a minute. I shifted my mother aside, who neither had the physical strength to support my father, nor was she emotionally capable of mastering the situation.

It was simply more than gastritis. My brother made the phone calls. Fortunately, an emergency doctor was really in the immediate vicinity and was there within two minutes. My father resisted at first and didn’t want to go to the hospital, but we all insisted – including the emergency doctor. My brother went to the hospital with my mother. I used my car to be flexible. My father was stabilized. The first diagnosis was very vague, even impossible. Examinations were scheduled for the next day.

Dez, 19th. I of course had stayed at my mother’s. We drove impatiently to the LKH in Enzenbach-Rein in the early afternoon. According to the attending doctor, a more precise diagnosis was not yet possible, my father had to be brought to the LKH-Graz. In a closer conversation, she took me into her confidence and said that there was a narrowing of the intestine, but due to the shape according to the ultrasound, this could be between an inflammation of the intestinal wall (possibly triggered by the as yet unexplained gastritis) but also tumor. So somehow unpleasantly indefinite. Waiting.

My father was taken with the ambulance to the LKH-West in Graz, where on December 20th the next investigations should take place. Overall, he’d been doing well so far. Somehow he had excluded the unconsciousness. But it was explained to him. He must have felt a pain that was simply unbearable and so the body changed over to a state of shock for a short time. He saw himself home again for Christmas. I wasn’t so sure.

The time suddenly passed extremely quickly. I did not know, what I should do.

Should I cancel my flight for later? It was the evening of December 19th, I was standing in the apartment after I had left the LKH and I couldn’t think clearly. I hadn’t seen my husband for 6 months, who had had a serious eye operation and a tough time, I myself was drained – mentally and physically from a very intense six-month period – and here my father was in the hospital and nobody knew what he was really suffered from. I really wanted to stay, but I knew my father didn’t want to. He knew how much he missed my mother when they weren’t together – he wanted me to fly. On December 20th no definitive results were available either, they were waiting for findings.

My Mark told me to stay. My dad asked me to fly. I thought – F ** K.

I decided to fly, which didn’t mean that I decided against Papa, but deep inside me I somehow felt that way. But he literally begged me to take the flight to Mark, because if it was „just a little thing“, I would have overrated it and wasted time without Mark. And if it was more, then I could come back anytime.

On December 27th, 2016 my father was tumor operated. Malignant. Metastases. Tumor stage 4. Healing excluded. Palliative, life-extending measures. Life changing. Life ending circumstances.

One thing was crystal clear. That was to absolutely just being there for each other. At every step, whenever he needed me.

It was no longer a question of an emotional predicament.

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… ein schwere emotionale Zwangslage. (Teil 1)

Wie ich mich zwischen zwei meiner liebsten Männer entscheiden musste.

Nach rund zwei Monaten Aufenthalt in den Vereinigten Staaten mit meinem Mann in unserem Haus in den Colorado Rocky Mountains, flog ich am 21. Juni 2016 alleine zurück nach Österreich, um beruflich ein neues, größeres Projekt zu beginnen. Mein Mann Mark wollte nach rund zwei bis drei Wochen nachkommen, davor noch ein paar Dinge in den Staaten erledigend.

Ende Juni hatten wir ein Skype-Gespräch, wo er mir mitteilte, dass er Probleme mit seinem Auge hatte. Lichtblitze und schwarze Linien tauchten auf und das alles sehr plötzlich. Mein Mann entschied sich nach kurzer Recherche bei ‚Dr. Google‚, sofort zum Facharzt zu gehen, und es stellte sich heraus, wie ich ungeduldig erst viele Stunden und mit acht Stunden Zeitverschiebung in der Mitte der Nacht erfuhr, dass er sofort operiert hatte werden müssen auf Grund einer Netzhautablösung.

Die Vorhersage für diese Diagnose ist Erblindung in spätestens drei Tagen bei Nichteingriff.

Also blieb keine Option als operiert zu werden. Nach Erklärung aller damit verbundenen Umstände, war mir schlecht. Mark durfte die Seehöhe nicht verlassen, hatte Schmerzen, war auf sich gestellt. Er bat mich aber eindringlich, meinem Projekt zu folgen, und dass er so schnell wie möglich nach Europa nachkommen würde.

Es zog sich in die Länge. Komplikationen. Immer wieder verschobene Termine des Wiedersehens, da er nicht fliegen durfte. Währenddessen war ich beruflich enorm eingespannt und außerdem etwas besorgt um meinen Vater, der mit einer undefinierten Gastritis kämpfte. Die Wochen vergingen, die Monate. 

Ende September sagte Mark, dass er noch immer nicht fliegen dürfe und ich war emotional schon etwas angeschlagen. Also trafen wir gemeinsam eine Entscheidung.

Nach langen Abwägen aller Gesichtspunkte und den Monaten gegen Ende des Jahres, die bei mir immer am stärksten waren wie für viele Unternehmer, beschlossen wir, dass ich Weihnachten 2016 und den Start ins neue Jahr in Colorado verbringen und dann wirklich mit Mark gemeinsam wieder heimfliegen würde.

Besprochen. Entschieden.

Am 3. Oktober buchte ich dann bereits meinen Flug für den 21. Dezember, um einen halbwegs vernünftigen Preis und darüber hinaus auch wirklich einen Platz zu bekommen. So hatten wir gemeinsam ein Ziel, an dem wir arbeiten konnten, wenn ich auch nicht darüber nachdenken durfte, dass es dann genau sechs Monate sein würde, dass ich Mark nicht gesehen haben werde. Aber wir wollten weder sein Augenlicht riskieren, noch konnte ich in der besagten Situation mein eigenes Unternehmen und die meiner Kunden im Stich lassen.

Was ich zu dieser Zeit nicht wusste, war, dass mich und meine Familie eine noch ganz andere Herausforderung erwartete. Seit 3. Oktober also machte ich Kreidestriche auf meinem Board – jeder Tag einer näher zu meinem Mann. 78 Tage bis zum Abflug. Die Zeit verging. Schnell, wenn man Dinge erledigen muss, schleppend, wenn man auf etwas wartet. 

Da ich also Weihnachten nicht mit meiner Familie verbringen würde, lud ich sie am 8. Dezember zu mir ein und kochte in schönes Familienessen. Wir gaben uns kleine Geschenke und verbrachten intensiv-schöne Stunden miteinander. Leider ging es meinem Vater nach wie vor nicht gut – man fand einfach nicht heraus, trotz aller möglichen Untersuchungen, die er bereits hinter sich hatte. Trotzdem hatten wir alle die Hoffnung, dass diese Art der Gastritis bald in den Griff zu bekommen war. 

Weihnachtsfeiern, Glühweinstandtreffen, Geschenke übergeben, Danke sagen für ein ganzes Jahr – Kunden und Freunde treffen. Wie es vor Weihnachten eben so ist.

Am 18. Dezember war ich dann bei meinen Eltern, um mich zu verabschieden bis ins nächste Jahr. Mein Bruder kam auch. Wir waren alle in der Küche, als mein Vater plötzlich eine Schweißausbruch hatte und wirklich schlecht aussah.

Mein Bruder und ich griffen mehr oder weniger gleichzeitig zum Telefon, um die Rettung zu rufen

Fortsetzung folgt >>!


… a severe emotional predicament. (Part 1)

How I had to choose between two of my dearest men.

After about two months in the United States with my husband in our house in the Colorado Rocky Mountains, I flew back to Austria alone on June 21st, 2016 to start a new, larger project. My husband Mark wanted to come after about two to three weeks, running a few errands in the States before that.

At the end of June we had a Skype call where he told me that he had problems with his eye. Flashes of light and black lines appeared and all out of the very sudden. After a little research on ‚Dr. Google‘, Mark decided to go to the specialist immediately, and it turned out that – me impatiently waiting to find out many hours later and with an eight-hour time difference in the middle of the night – that he had to have an operation immediately because of a retinal detachment.

The prediction for this diagnosis is blindness within three days at the latest if not operated.

So, there was no other option than to have an operation. After explaining all the related circumstances, I felt sick to my stomach. Mark was not allowed to leave the altitude, was in pain, was on his own. But he urged me to follow my project and that he would come to Europe as soon as possible.

It dragged on. Complications. Again and again postponed dates for the reunion because he was not allowed to fly. In the meantime, I was extremely busy at work and also a little worried about my father, who was struggling with undefined gastritis. The weeks passed, the months.

At the end of September, Mark said that he was still not allowed to fly and I was a little bit emotionally troubled. So we made a decision together.

After carefully weighing all aspects and the months towards the end of the year, which were always the strongest for me as for many other entrepreneurs, we decided that I would spend Christmas 2016 and the start of the new year in Colorado and then really fly home with Mark .

Discussed. Decided.

On October 3rd, I already booked my flight for December 21st to get a reasonably reasonable price and actually get a seat. So we had a goal together that we could work on, even if I couldn’t think about the fact that it would then be exactly six months that I wouldn’t have seen Mark. But we didn’t want to risk his eyesight, nor could I abandon my own company and that of my customers in the situation mentioned before.

What I didn’t know at the time was that an entirely different challenge awaited me and my family. So since October 3rd, I’ve been making chalk lines on my board – one closer to my husband every day. 78 days to departure. Time passed. Fast when you have to get things done, slow when you wait for something.

Since I wouldn’t spend Christmas with my family, I invited them over to me on December 8th and cooked a nice family dinner. We gave each other small gifts and spent intensely beautiful hours together. Unfortunately, my father was still not doing well – nobody just could find out what this gastritis was, despite all the possible examinations he had already done. Nevertheless, we all had the hope that this type of sickness could soon be brought under control.

Christmas parties, hot wine stand meetings, handing over gifts, saying thank you for a whole year – meeting customers and friends. Just like it is before Christmas.

On December 18th, I went to my parents‘ place to say goodbye until next year. My brother came too. We were all in the kitchen when my father suddenly broke out in a sweat and looked really bad.

My brother and I picked up the phone more or less at the same time to call for rescue …

To be continued >>!

… eine ganz liebe Kundin.

Wie aus einer gegenseitigen Kundenbeziehung eine Freundschaft wurde.

In den späten 90ger Jahren habe ich Frau Renate Kraft kennengelernt, als ich in einem angesehenen Fachgeschäft für Lederwaren und Reisegepäck in Graz die Einkaufsleitung innehatte. Selten war ich im Verkauf tätig, aber an diesem einen Tag war ich gerade in der Reisegepäckabteilung, als Frau Kraft ein Kofferset für eine ihrer Angestellten kaufen wollte, die kurz vor ihrer Pensionierung stand.

Wir hatten ein wunderschönes, klassisches Set einer sehr guten Marke in dunklem Grün lagernd, und sie nahm das Set bestehend aus großem Koffer, Handgepäck und Beautycase mit. Ich war erst sehr kurz in dieser Tätigkeit und war von ihrer netten und liebenswürdigen Art, geschweige denn von ihrer offensichtlichen Großzügigkeit beeindruckt. 

Später war ich dann wiederholt Kundin bei ihr in ihrem Trachtengeschäft in der Grazer Landhausgasse und habe sie immer für ihre Korrektheit, Sorgfalt, Liebenswürdigkeit und ihr gepflegtes Äußeres bewundert. 

2014 hörte ich dann, dass sie ihre Tätigkeit im Trachtenverkauf beendet hatte und war sehr betroffen. Für mich war Frau Renate Kraft der Inbegriff der Trachtenmode und Tradition – wie konnte dies plötzlich nicht mehr sein?

Der Zufall wollte es, dass ich sie über einen gemeinsamen Bekannten, der sowohl mein als auch ihr Steuerberater war, wiedertraf. Wie sich herausstellte brauchte sie für einen Neustart mit ihrem Geschäft RENATE KRAFT EXKLUSIV an derselben Adresse, Hilfe mit Webauftritt, Fotografie der Ware und Präsentation im Internet und den Printmedien. 

So durfte ich seit April 2015 für sie tätig sein und aus einer gegenseitigen Kunden-Beziehung entwickelte sich eine liebe Freundschaft, die über lange Zeit reifte. Viele lustige, ernste, verständnis- und anspruchsvolle Gespräche festigten diese Verbundenheit.

Mit Ende diesen Jahres wird Frau Kraft in den wohlverdienten Ruhestand gehen und am 20. Dezember 2020 ist ihr Geschäft dann geschlossen.

Hier und an dieser Stelle bedanke ich mich in inniger Verbundenheit bei Dir, liebe Renate, für die unglaublich schöne und bereichernde Zusammenarbeit, die mir auch noch andere menschlich so wertvolle Kontakte bescherte. Die Hingabe, die ich von Dir für Dein Geschäft und Deine Kunden gesehen habe, ist eine Einzigartigkeit – etwas, wofür man heute sehr lange suchen muss, und ich als Vorbild für mich mitnehme.

Danke für alles, die vielen tollen Gespräche, Deine Großzügigkeit über die Jahre –

vor allem aber für Deine Freundschaft.


… a very dear customer.

How a mutual customer relationship turned into a friendship.

I got to know Ms. Renate Kraft in the late 1990s when I was head of purchasing in a well-known specialist shop for leather goods and luggage in Graz. I seldom worked in sales, but one day I was in the luggage department when Ms. Kraft showed up to buy a suitcase set for one of her employees who was about to retire.

We had a beautiful, classic set from a very good brand in dark green in stock, and she took the set consisting of a large suitcase, hand luggage and beauty case with her. I was only very briefly in this job and was impressed by her kind and amiable manner, let alone by her obvious generosity.

Later I was repeatedly a customer of her in her traditional costume shop in the  Landhausgasse in Graz and I always admired her for her correctness, care, kindness and her well-kept appearance.

In 2014 I heard that she had finished selling traditional costumes and was very upset. For me, Ms. Renate Kraft was the epitome of traditional costume fashion and tradition – how could this suddenly no longer be?

As luck would have it, I met her again through a mutual friend who was both my and her tax advisor. As it turned out, in order to restart her business, RENATE KRAFT EXKLUSIV at the same address, she needed help with a website, photography of the goods and presentation on the internet and the print media .

I have been working for her since April 2015 and a mutual customer relationship developed into a dear friendship that matured over a long period of time. Many funny, serious, understanding and demanding conversations strengthened this bond.

At the end of this year, Ms. Kraft will go into well-deserved retirement and her business will then be closed on December 20, 2020.

Here and at this point I thank you deeply, dear Renate, for the unbelievably beautiful and enriching cooperation, which also gave me other very valuable human contacts. The dedication that I have seen from you for your business and your customers is a uniqueness – something that you have to search for very far these days, and which I take with me as a role model for myself.

Thank you for everything, the many great conversations, your generosity over the years –

but above all for your friendship.

… ein handgestrickter Teddybär namens ZEN.

Der Tag, als ich vor vielen Jahren das Wort Langeweile aus meinem aktiven Wortschatz gestrichen habe.

Jedes Kind kennt sie: die Langeweile. Weil Kinder die Zeit, die ihnen zur Verfügung steht, noch nicht realistisch einschätzen und vor allem werten können. Es gibt ja soviel davon. Und an manchen Tagen zu viel. Man wartet auf etwas, kann es nicht erwarten und weiß nichts anderes mit der Zeit anzufangen, als sie vergehen zu lassen. Ungenutzt für Produktives, Lehrhaftes, Gestalterisches, Erinnerungswürdiges. 

Aber nicht mit mir. Nicht mehr zumindest.

Den genauen Tag weiß ich natürlich nicht mehr, aber es war noch in meiner Zeit in der Volkschule. Ich hatte wieder einmal – ja, das stimmt so – einen meiner impulsiven Tage, wo Ausgeglichenheit irgendwo in den Sternen stand, aber nicht auf meinem ‚Gutes Benehmen‘ – Menüplan. Ich konnte mit meinem eigenen Temperament kämpfend angeblich ganz schön nervig sein, und so kam es, dass sich ein – mir nicht unbekannter – Satz über die Lippen meiner Mutter in meinem organischen, aber nicht verstehenden Gehör verankerte:

Weißt Du was? Du gehst jetzt in Dein Zimmer, und wenn Du wieder ‚normal‘ bist, kannst Du wiederkommen!

Der Ton in ihrer Stimme ließ keinen Widerspruch zu. Ein Aufstampfen mit dem Fuß brachte nur noch eine nachdrückliche, Richtung weisende Armbewegung, und im tiefen Groll marschierte ich ab in mein Zimmer.

Ich hätte wieder mal explodieren können.

Da lag er nun. Der blöde, angefangene Strickteddybär. Den musste ich noch fertig machen, aber ich war jetzt wirklich nicht gerade der Typ ‚Strickliesl‘. Ich wollte auf Bäume klettern und Pfeile schnitzen. Aber ohne meinen Bruder durfte ich das nicht. Es nervte mich einfach alles…

Dann nahm ich den Teddybären – den angefangenen – und schimpfte mit ihm. Irgendwer musste herhalten. Für meine schlechte Stimmung. Und irgendwie machte es da einen Klick im Kopf bei mir. 

Plötzlich tat mir das leid. Er tat mir leid. Mein rationelles Gehör hat plötzlich etwas mitbekommen. So strickte ich ihn zur vollen Größe. Bauch, Kopf, Arme, Beine. Füllte ihn mit Watte und machte ihn schön bauchig und kuschelig. Dann nähte ich ihm noch Äuglein auf, und einen Mund, die Nase wurde schwierig…

Da kam meine Mama ins Zimmer. Sie wollte sehen, wie es mir ging. Es war so still im Zimmer, und ich hatte mich nicht mehr sehen lassen. 

Voller Freude präsentierte ich ihr meinen Teddy. Selbstgestrickt. Selbst genäht. So lieb ist er geworden und darüber hatte ich meinen Kinderfrust, die Zeit und meine Fähigkeit, Langeweile zu haben, vergessen. Mama half mir mit der Bärennase, und ich hüpfte wie ein verrücktes Huhn – gleich wie davor, aber diesmal vor Glück. 

Ich kann mich ehrlich an keinen Moment in meinem Leben erinnern, in dem es mir nochmals langweilig gewesen wäre. Seit diesem Erlebnis – mit mir selbst -, weiß ich, dass es sich lohnt, Zeit zu nutzen.

Viel später einmal habe ich den Teddy ‚ZEN‘ getauft… 


… a hand-knitted teddy bear named ZEN.

The day when I deleted the word boredom from my active vocabulary many years ago.

Every child knows it: boredom. Because children are not yet able to realistically assess and, above all, evaluate the time that is available to them. There is so much of it. And some days, too much. You are waiting for something; you can’t wait, and you don’t know what to do with time but to just let it pass. Unused for productive, educational, creative, memorable things.

But not with me. At least not anymore.

Of course, I don’t remember the exact day, but it was still when I was in elementary school. Once again – yes, that’s true – I had one of my spirited days where balance was written somewhere in the stars, but not on my ‚good behavior‘ menu plan. I could allegedly be quite annoying when fighting with my own temper, and so it happened that a sentence – not unknown to me – anchored itself through my mother’s lips in my ‘organic’ but not reasoning ear:

You know what? You go to your room right now and when you are ’normal‘ again, you can come back!

The tone in her voice didn’t leave any room for dispute. Stamping with my foot only brought a definite, directional arm movement and in deep resentment I marched off to my room.

I could have exploded again.

There it was now. This stupid, already started teddy bear. I had to finish that, but I really wasn’t exactly the ‚knitting’ type. I wanted to climb trees and carve arrows. But I couldn’t do that without my brother. It just annoyed me …

Then I took the teddy bear – the one I started – and scolded him. Someone had to pay. For my bad mood. And somehow that made a click in my head.

Suddenly I felt sorry. I felt sorry for the bear. My coherent ear suddenly caught something. So, I knitted it to full size. Stomach, head, arms, legs. Filled it with cotton wool and made it nice and fluffy and cozy. I sewed eyes on it, and a mouth, the nose became difficult …

Then my mom came into the room. She wanted to see how I was doing. It was so quiet in the room and I had been gone for quite a while.

I presented my teddy bear to her with great joy. Self-made. Sewn by myself. It has become so lovely, and because of that I had forgotten my childhood frustration, lost time and my ability to be bored. My mom helped me with the bear’s nose, and I jumped like a crazy chicken – just like before, but this time with happiness.

I honestly can’t remember a moment in my life when I was bored again. Since this experience – with myself – I have known that it is worth spending time valuably.

Much later, I named the teddy ‚ZEN‘ …

… ein Schuss vor den Bug.

Oder: wie mein Vater sein Leben veränderte zu besserer Gesundheit.

Mein Vater war immer ein Genießer vor dem Herrn. Er kaufte gerne schöne Dinge. Qualität hochwertige Dinge. Und von diesen vielleicht auch mehr als genug. Was er aber wirklich besonders gerne tat, war essen. Ausgleichende Bewegung hielt sich allerdings in Grenzen, da er einen Beruf hatte, der viel Büroarbeit und viel Zeit im Auto verlangte.

Darüber hinaus war mein Papa nicht gerade der ‚sportlich veranlagte Typ‘. So baute er sich über das gut gekochte Essen meiner Mutter und seinen eigenen hervorragenden Kochkünsten eine Statur auf, die nicht gerade das Bild des gesündesten Menschen wiederspiegelte. Eigenartigerweise fühlte er sich immer gut, immer gesund und im Fluss beim Fliegenfischen, das er mit Leidenschaft, Ausdauer und Empathie für die Kreatur betrieb war er unermüdlich für Stunden unterwegs.

In der Strömung des Wassers war sein Übergewicht eher solide Hilfe, als störender Balancezerstörer. Wie in vielen Lebenslagen war er hier die Verkörperung des Fels in der Brandung.

Eines Abends im Herbst 2009 geschah jedoch etwas vollkommen Unerwartetes. Meine Eltern hatten sich bereits auf einen gemütlichen Abend ins Wohnzimmer zurückgezogen, als mein Vater Herzrasen bekam.

Er stand auf und die Nervosität einhergehend mit diesem komplett unbekannten Gefühl des nicht funktionierenden Körpers war für ihn eine enorme Belastung – von einer Sekunde auf die andere. Auf dem Land lebend, entschieden sich meine Eltern nicht auf die Rettung zu warten, sondern fuhren mit meiner Mutter am Steuer ins nächst gelegene Krankenhaus – das LKH Enzenbach. 

Mein Vater musste umgehend auf die Intensivstation – Starke Vermutung auf einen Herzinfarkt. Wir waren wie gelähmt. Seine Mutter war bevor sie ihr fünfzigstes Lebensjahr erreicht hatte an einem Infarkt auf dem Weg ins LKH-Graz verstorben. 

Nach zwei Tagen und Nächten Intensivstation durfte er in ein normales Zimmer verlegt werden, musste aber insgesamt eine Woche zur Beobachtung im Krankenhaus bleiben. Resultat aller Untersuchungen – vollkommen gesund, allerdings eine angeborene Herzinsuffizienz, die eigenartigerweise nichts mit seinem Lebensstil zu tun hatte. Die gesamte Situation hätte 60 Jahre davor genauso passieren können.

Von diesem Zeitpunkt an musste er allerdings diverse Herzmuskel unterstützende Medikation nehmen, um einen weiteren Schuss vor den Bug vermeiden zu können. Nach der Entlassung aus dem Spital, begann er regelmäßige Spaziergänge, ja geradezu Märsche in seinen Alltag einzubauen. Die gesamte Umstellung machte ihm enorm zu schaffen.

Er durchging eine Zeit der Depression, wie es für ‚realisierende‘ Herzkranke anscheinend nicht unüblich ist. Als seine Seelenverwandte hatte ich dann eines Tages die Chance in einem etwas lauteren Gespräch mit ihm, zu ihm durchzudringen und gemeinsam als Familie, überkamen wir dieses Tief.

Er verlor rund 25-30kg seines Körpergewichts und stärkte seinen Willen um das Doppelte. Bei jedem Wetter, egal Hitze, Schwüle, Eisregen oder dichter Schneefall – er hielt sich an seinen neu gefundenen und selbst auferlegten Bewegungsablauf.

Keinen Hund schickt man bei dem Wetter raus! Aber ich geh‘ jetzt!“, war sein Motivationsspruch.

Ein Schuss vor den Bug muss nicht immer von schlechter Natur sein – er kann einfach auch genau der Moment sein, der sich noch als Segen herausstellen sollte – … aber das ist eine andere Geschichte


Or: how my father changed his life for better health.

My father was always a CONNOISSEUR. He liked buying beautiful things. High quality items. And even more than enough of these. But what he really liked to do was eat. Balancing exercise was limited however, as he had a job that required a lot of office work and a lot of time in the car.

In addition, my dad wasn’t exactly the ‚athletic type‘. So, he built himself up quite some weight through the well-cooked food of my mother and his own excellent cooking skills, which did not exactly reflect the image of the healthiest person. Strangely enough, he always felt good, was always healthy and in the stream while fly fishing, which he did with passion, perseverance and empathy for the creature, he was tirelessly on the move for hours.

In the current of the water his excess weight was more of a solid benefit than a disturbing balance destroyer. As in many other situations in life, he was the embodiment of solid rock.

However, one evening in the fall of 2009, something completely unexpected happened. My parents had already retired to the living room for a cozy evening when my father had a racing heart.

He got up and the nervousness associated with this completely unknown feeling of his malfunctioning body was an enormous burden for him – from one second to the next. Living in the country, my parents decided not to wait for the ambulance, but drove with my mother behind the wheel to the nearest hospital – State hospital Enzenbach.

My father had to go to Intensive Care immediately – strong suspicion of a heart attack. We were paralyzed. His mother had died of a heart attack on the way to the main hospital of Graz before she was 50 years old.

After two days and nights in the Intensive Care Unit, he was allowed to be moved to a normal room but had to stay in the hospital for a week for observation. Result of all examinations – perfectly healthy, but a congenital heart failure which strangely had nothing to do with his lifestyle. The whole situation could have happened just as well 60 years before.

From this point on, however, he had to take various heart muscle-supporting medication in order to avoid another shot across the bow. After he was released from the hospital, he began to include taking regular walks, even marches, into his everyday life. The entire change was a huge problem for him.

He went through a period of depression that is apparently not uncommon for fact ‚realizing‘ heart patients. As his soul mate, one day I had the chance in a somewhat louder conversation with him to get through to him and together as a family, we overcame this low.

He lost around 50-60 lbs. of his body weight and strengthened his will by twice as much. In any weather, regardless of heat, humidity, freezing rain or heavy snowfall – he stuck to his newly found and self-imposed exercise-routine.

You don’t send a dog out in this weather! But I’m going now!”, was his motivation.

A shot across the bow doesn’t always have to be of bad nature – it can simply be the moment of a blessing in disguise, … but that’s another story.

… eine ’spektakuläre‘ Notlüge und ihre Konsequenzen.

Bitte jetzt keinen Actionfilm erwarten, aber Kinder können sehr mutig und erfinderisch sein, um eine Geschichte zu verteidigen, dass sie auch vor eine Notlüge nicht zurückschrecken.

Es ist ein Frühsommertag in den frühen 80ger Jahren. Ein Zwölfjähriger und seine vier Jahre jüngere Schwester bekommen das Vertrauen der Eltern, alleine daheim gelassen werden zu können. Das ist eine ein Vertrauensvorschuss, der die Kinder stark macht und sie sind beflügelt, brav zu sein. Die Aufgaben werden gemacht. Alles ordentlich weggeräumt, die Schultaschen gepackt für den nächsten Tag. Bald würden Ferien sein. Hurra!

Jeder der beiden macht schließlich, was ihnen Freude macht – mit Puppen und mit Autos spielen, lesen. Fernsehen dürfen sie nicht. 

Schließlich gehen beide nach draußen, weil es auch wirklich ein schöner Tag ist und der Junge hat die Idee, Federball zu spielen. Klar, die Schwester ist gleich Feuer und Flamme – das will sie auch. Ermuntert von der Begeisterung der Schwester will er sie – selbst ein bisschen zu bequem und als Älterer auch die Situation ein bisschen ausnutzend – ins Haus schicken, um die Schläger und Bälle dafür zu holen. Die kleinere Schwester aber wehrt sich und meint, es wäre seine Idee gewesen, also soll er alles holen. Genervt und zu faul, ums Haus herumzugehen zur Haustüre, klettert der Bursche die Wand hoch zum offenen Fenster seines Kinderzimmers und schafft es mit Ach und Krach, sich durch das Fenster ins Haus zu hieven. Leider hinterlässt er dabei einen Schuhabdruck auf dem Verputz der weißen Außenwand. Schmutzig. Verschmiert. Oje. Keine guten Nachrichten. Das fällt auf.

Mensch, da wird Papa sicher schimpfen. Was mach ich den jetzt?„, fiebert der Bub der Ankunft der Eltern entgegen. Mama drückt ein Auge zu. Aber Papa? 

Da hören die Kinder das Auto der Eltern die Einfahrt herauffahren. Das Mädchen sieht, wie ihr Bruder nervös wird. Wieder einmal hat er sich wegen seiner Bequemlichkeit in eine dumme Situation gebracht. 

Die Eltern merken gleich, dass etwas ‚im Busch war‘. Was ist los? – Da sieht der Vater schon den Fleck auf der schönen weißen Wand prangern. Sofort wendet er sich dem Jungen zu.

Man kann Euch nicht alleine lassen! Das warst doch Du!“ 

Logisch. Wer sonst hätte es sein sollen? Erstens wusste er, wie sein Sohn gestrickt ist und außerdem ist das Mädchen zu klein. Da kommt wie aus der Pistole geschossen die unglaubliche – ja unverfrorene – Behauptung von dem Mädchen, dass sie es gewesen wäre. Sie wollte die Schuld auf sich nehmen und eventuellen Hausarrest für ihren Bruder vermeiden. Vielleicht verzeiht mir Papa einfach, denkt sie. Aber darauf geht der Papa nicht so einfach ein.

Das warst also Du?! – OK, dann beweise es! Ich möchte gerne sehen, wie Du das gemacht haben willst.“

Herausforderung pur. Der Bruder schaut entsetzt zur Schwester. Er weiß gar nicht, was er tun soll. Wenn er jetzt gesteht, stellt er ja seine Schwester als Lügnerin hin, obwohl ja eigentlich er den Mist gebaut hatte. Aber er kommt gar nicht dazu, darüber nachzudenken, denn seine Schwester stampft plötzlich mit selbstsicheren Schritt Richtung Gartengarnitur, schnappt sich einen Sessel und ohne es für sich selbst zu wissen, demonstriert sie mit dem Glück des Augenblicks, wie sie sich selbst mit Hilfe des Sessels über die Mauer, durch das offene Fenster ins Haus befördern konnte. Den Herzschlag, den sie dabei fühlt, hätten ihre Eltern aber nicht hören dürfen – es ist ein 100%iges Schuldeingeständnis dafür, dass sie alle – aus Not in der Geschwisterliebe – nun belog. 

Irgendwie musste es aber überzeugend gewesen sein. Die Eltern glauben ihr, dass es sich so zugetragen haben könnte, obwohl sie wissen, dass das eigentlich nicht die Art und Weise war, wie sich ihre Tochter sonst verhält. Der Vater schaut sie an und meint, dass dies der größte Blödsinn sei, so etwas zu tun. Sie hätte sich verletzen können und das wiederum hätte ihn und Mama weh getan. An das hatte das Mädchen natürlich nicht gedacht.

Viele Jahre – ja Jahrzehnte – später, gestanden der erwachsene Sohn und seine Schwester bei Erzählungen aus der Kindheit, dass es sich anders zugetragen hatte.

Die Eltern meinten nur: „Das ist keine Neuigkeit für uns. Uns war wichtiger, Euren geschwisterlichen Zusammenhalt zu sehen und zu wissen, dass ihr beide daraus gelernt hattet.“

Und das hatten beide.

Mein Bruder war sich nie mehr zu bequem, etwas zu tun. Im Gegenteil – seit diesem Tag ist er der hilfsbereiteste Mensch, den ich kenne. 

Und ich hatte gelernt – trotz der Kreativität und Temperament des Moments -, abzuwägen, dass es schmerzliche Konsequenzen geben könnte, wenn man einfach nur loslegt.


… a ’spectacular‘ white lie and its consequences.

Please don’t expect an action film now, but children can be very brave and inventive enough to defend a story that they won’t shy away from a white lie.

It is an early summer day in the early 1980s. A twelve-year-old and his four-year-old sister get the parents‘ trust that they can be left at home alone. This is a leap of faith that makes the children strong and they are inspired to be good. The homework is done. Everything neatly put away, the school bags packed for the next day. There would be holidays soon. Hooray!

After all, each of the two does what they enjoy – playing with dolls and cars, reading. They are not allowed to watch TV.

Eventually they both go outside because it’s a really nice day and the boy has the idea to play badminton. Instantly, the sister is all for it – she likes that too. Encouraged by the sister’s enthusiasm, he wants to send her into the house – a little too lacy himself and – as the elder – trying to take a little bid advantage of the situation – to fetch the rackets and balls for it. The younger sister defends herself and says that it was his idea, so he should get everything. Annoyed and too lazy to go around the house to the front door, the boy climbs up the wall to the open window of his room and manages to heave himself through it into the house. Unfortunately, he leaves a shoe print on the plaster of the white outer wall. Dirty. Smeared. Oh dear. Bad news. That stands out.

Man, Dad will certainly scold me. What do I do now?“ The boy feverishly awaits the arrival of his parents. Mama will turn a blind eye. But Dad?

The children hear their parents‘ car pulling up the driveway. The girl sees her brother getting nervous. Once again, he has put himself in a stupid position because of his sluggishness.

The parents immediately notice that something was ‘not quite right’. What’s happening? Then the father realizes the stain on the beautiful white wall. Immediately he turns to the boy.

You kids cannot be left alone! That was you!

Logical. Who else should it have been? First of all, he knows what his son was made of and besides, the girl is too small. Then comes the unbelievable – yes unashamed – claim from the girl that it was her. She wanted to take the blame and avoid possible house arrest for her brother. Maybe Papa might just forgive me, she thinks. But Papa does not respond to that so easily.

„So, that was you?! – OK, then prove it! I would like to see how you want to have done that.“

Pure challenge. The brother looks at the sister in horror. He doesn’t even know what to do. If he confesses now, he is portraying his sister as a liar, even though he had actually screwed up. But he gets no further to think about it, because his sister suddenly stomps confidently in the direction of the garden furniture, grabs an armchair and without knowing it for herself, she full of effort demonstrates with the luck of the moment how she helped herself with the armchair over the wall through the open window into the house. Her parents shouldn’t have heard the heartbeat she feels doing so – it is a 100% admission of guilt lying to everyone – out of necessity for the sisterly love for her brother.

Somehow it must have been convincing. The parents believe that it could have happened this way, even though they know that is actually not the way their daughter usually behaved. The father looks at her and says that this was the greatest nonsense to do something like that. She could have hurt herself and in return would have hurt him and mom. Of course, the girl hadn’t thought of that.

Many years – even decades – later, the adult son and his sister confessed while telling stories from their childhood that it had happened differently.

The parents just said: “This is not news to us. It was more important to us to see your brotherly and sisterly solidarity and to know that you both had learned from it.”

And both had.

My brother was never too lazy anymore doing something. Quite the opposite – from this very day on, he is the most helpful person I know.

And I had learned – despite the creativity and effervescence of the moment – to weigh that there could be painful consequences if you just get started without considering them first.

… eine lang ersehnte Heimkehr.

An der Eingangstür einer sehr kleinen Wohnung in Graz hörte Maria ein zaghaftes Klopfen und öffnete … 

Die Kampfhandlungen des zweiten Weltkriegs waren in Europa seit vier Jahren und fast sechs Monaten vorbei, als Michael nach seiner Gefangenschaft in Russland den Weg nach Graz und somit nach Hause gefunden hatte. Die verschmutzten Kleider hingen an seinem dünnen Körper wie an einer Vogelscheuche. Mit seinen 1,78m Körpergröße und seinem Alter von siebenunddreißig Jahren, war er mit 48kg Gewicht tragisch unterernährt. 

Maria hätte ihren eigenen Mann kaum erkannt. Seine tiefe, wenn auch im damalig gegenwärtigen Zustand viel schwächere Stimme jedoch, war der eindeutige Beweis – ihr Mann war zurück aus der Gefangenschaft. Aus dem Krieg. Einen Krieg, in den er nie wollte, an dessen Motive und Rechtfertigung er nie geglaubt hatte. Tragische Pflicht verändert.

Ein gegenseitiges Anstarren zwischen Stiegenhaus und Wohnraum.

Kein sofortiges Umarmen. Überwältigende Größe an Zusammenspiel verschiedenster Gefühle.   Keine Tränen. Kein Hollywood würdiges Wiedersehen. Eine lang ersehnte Heimkehr betäubt mit der Beklommenheit der Situation. Zwei Buben schauen neugierig um die Ecke – fragende Gesichter. Dass es der Vater ist versteht der achtjährige Klein-Michael nicht. Der vierjährige Erich kennt den Mann gar nicht.

Neustart. Liebe 2.0 – wie man heute sagen würde.

Die Entbehrungen, die Geschichten wie diese wahre Begebenheit mit sich bringen, kann man kaum auflisten. Nicht ohne Kopfschütteln. Nicht ohne Tränen in den Augen, auch wenn man es selbst nicht erlebt hat. An die Erzählungen kann ich mich aber gut erinnern, auch wenn ich selbst erst sieben Jahre alt war, als mein geliebter Opa – der Heimkehrer – 1979 bereits verstarb. An eine Aussage kann ich mich besonders erinnern, auch wenn sie vielen nicht gefallen wird, aber sein Martyrium gut beschreibt:

Mein Vater, „Klein-Michael“ öffnete in unser aller Anwesenheit bei einem Besuch von Opa in derselben sehr kleinen Wohnung in Graz unaufgefordert, nicht um Erlaubnis fragend ein Fenster. Die Luft des Wohnraums war zum Schneiden dick verraucht. Mein Opa hustete entsprechend und meinte schließlich:

Mach‘ das Fenster zu! Erfroren sind schon viele, ‚erstunken‘ noch niemand!“ 

Heute demonstrieren Menschen gegen Maßnahmen von Regierungen im Kampf gegen Covid-19. Demonstrieren, weil sie sich ihrer Meinung nach nicht so frei bewegen dürfen, wie sie meinen, dass es ihnen trotz der Gefährdung von Menschenleben ihrer eigenen Gesellschaft und weltweit der Menschheit zusteht. Sie demonstrieren, regen sich auf, weil sie nicht so ausführlich feiern dürfen, wie sie das gewohnt sind und wie sie das wollen.

Was genau wird da eigentlich andauernd gefeiert?

Hoffentlich, dass es den meisten von uns – immer noch – so gut geht …


… a long-awaited homecoming.

At the front door of a very small apartment in Graz, Maria heard a tentative knock and opened the door …

In Europe, the fighting of World War II had been over for four years and a half years when Michael found his way to Graz, and therefore home, after his being held captive in Russia. The soiled clothes hung on his thin body as on a scarecrow. At 5’10” tall and thirty-seven years old, he was tragically malnourished with a weight of 105 pounds.

Maria would hardly have recognized her own husband. His deep voice, even though being much weaker in its current state, was the clear proof – her husband was back from imprisonment. From the war. A war, he never wanted to be in, in which motives and justification he had never believed. Tragic duty changes people.

A mutual stare lingered between the staircase and hall.

No instant hugging. Overwhelming scope of interplay of different feelings. No tears. Not a Hollywood-worthy reunion. A long-awaited homecoming numbed with the trepidation of the situation. Two boys look curiously around the corner – questioning faces. Eight-year-old little Michael doesn’t understand that it’s dad. The four-year-old Erich doesn’t even know the man.

Restart. Love 2.0 – as one would say today.

The hardships, that make true stories, can hardly be put in writing. Not without shaking your head. Not without tears in your eyes, even if you haven’t experienced it yourself. I can remember the stories well, even though I only have been seven-years-old when my beloved grandpa – the homecomer – died in 1979. I can especially remember one statement, even if it will not please many, but it describes his martyrdom very well:

My father, „little Michael“, opened a window in the presence of all of us when we visited my Grandpa one time at the same very small apartment in Graz without being asked to and not asking for permission. The air in the living room was full of thick smoke a knife couldn’t cut. My grandpa coughed accordingly and finally said:

Close the window! Many have already frozen to death, no one has ever died from stink yet!

Today people demonstrate against measures taken by governments in the fight against Covid-19. Demonstrate because, in their opinion, not being allowed to move as freely as they think they deserve, despite the endangerment of human lives in their own society and humanity worldwide. They demonstrate and get upset because they are not allowed to celebrate as extensively as they are used to and as they repeatedly as they want to.

What exactly is being celebrated all the time?

Hopefully, that most of us – still – are doing so well … 

… eine Frau in den besten Jahren.

Wer kennt einen Menschen, der beim Betreten des Raumes eine Energie verbreitet, die einem fast den Atem raubt und gleichzeitig stark und voll motiviert macht?

Einmal bin ich einem solchen Menschen begegnet. Einer Frau. Das war im April 2003.

Sie war 40 Jahre alt, blond, kurzhaarig und fuhr einen schwarzen Sportwagen. Den hatte sie sich durch hohen beruflichen Einsatz, unermüdliches Kundenservice und ihre positiv einvernehmende Persönlichkeit verdient. Sie liebte die Menschen. Sie liebte das Leben. 

Ich wusste vom Besuch dieser Frau. Ich war informiert. Und obendrein war ich gewarnt. Gewarnt, dass ich sie nicht anstarren sollte, da sie sehr krank gewesen sei und niemand genau wusste, wie es ihr gerade ging, wie es in ihr aussah. 

Nie vergesse ich den Blick aus dem Fenster auf den Parkplatz direkt unter meinem Büro, als sie gewandt in die offene Parklücke fuhr. Sie stieg aus. Dynamisch. Nahm eine Aktentasche vom Rücksitz, ihr blondes Haar durchbrach kurz die Abenddämmerung auf dem kurzen Weg von Auto bis zum Eingang des Gebäudes. Kurze Zeit später klopfte es an meiner Bürotür: 

Hallo – mein Name ist Ulli F. (Name geändert) – Du musst Reingard sein. Ich habe wirklich schon viel von Dir gehört. Es ist Dir doch recht, wenn wir per-Du sind? – Klar! Natürlich. Mir stockte kurz der Atem vor positiver Energieflut, und trotzdem managte ich, sie zu begrüßen, und sie in das Büro meines Chefs zu geleiten. 

WOW! Ich war einfach nur beeindruckt. Jemand, den ich noch nie gesehen hatte, jemand, der so krank gewesen war und man ihr trotzdem nichts ansah, hatte mich in Sekundenschnelle für sich gewonnen. Bodenständigkeit, offener Blick. 

Meine Aufgabe über die nächsten zweieinhalb Tage war die Seminar- und Eventorganisation für eine Coaching-Veranstaltung, die sie leitete. Diese Zeit ging sehr erfolgreich vorüber. In den Pausen plauderten wir. Jeder erledigte seinen Part tipp-top. Bevor Ulli wieder nach Wien fuhr erhielt ich von ihr einen enorm schönen, mit exotischen Blumen erstellten Strauß, eine Wertschätzung, die ich nie vergessen werde. Den Glücksbambus des Straußes behielt ich.

Später traf ich sie noch zweimal in 2004. Einmal bei einer Veranstaltung mit meinem Chef und dann bei einem Essen in Graz. Auch ein Abend, den ich gut in Erinnerung habe. Bei dieser Gelegenheit gab sie mir ein Buch, das sie geschrieben hatte – Tagebuch einer Gesundung – über ihren Krebs. Mit persönlicher Widmung. Ich war tief berührt. 

Geweint habe ich am 11. August 2005 – als ich erfuhr, dass sie den Kampf doch nicht gewonnen hatte und an diesem Tag im Alter von 42 Jahren an ihrer Erkrankung verstorben war.

Es gibt Begegnungen, die einen ein Leben lang begleiten werden. Mein ‚Bambus‘ von Ulli ist heute über 2 Meter hoch und eine meiner meist versorgtesten Raumpflanzen… 

*inspiriert durch Texterin Sabine Krömer www.sabine-kroemer.com Danke Sabine!


… a woman in her prime.

Who knows someone who when entering the room spreads an energy that almost takes your breath away and at the same time makes you strong and fully motivated?

I met a person like this once. A woman. It was April 2003.

She was 40 years old, blonde, short-haired and drove a black sports car. She earned it through highly professional commitment, tireless customer service and her positive, mutually beneficial personality. She loved people. She loved life.

I knew about this woman’s visit. I was informed. And on top of that, I was warned. Warned not to stare at her as she has been very sick and no one knew exactly how she was doing, what it was like inside her.

I never forget to look out the window at the parking lot directly below my office when she turned neatly into the open parking space. She got out. Dynamic. Took a briefcase from the back seat, her blond hair briefly breaking the dusk on the short walk from the car to the entrance of the building. A short time later there was a knock on my office door:

Hello – my name is Ulli F. – You must be Reingard. I’ve heard a lot about you. Is it ok when I call you by your first name? – Well, of course! I caught my breath briefly from the flood of positive energy, and yet I managed to welcome her and escort her to my boss’s office.

WOW! I was just impressed. Someone I had never seen, someone who had been so sick and still you couldn’t tell, won me over in seconds. Down to earth, open-mindedness.

My task over the next two and a half days was to manage the seminar- and event organization for a coaching event that she was leading. The time passed very successfully. We chatted during the breaks. Everyone did their part perfectly. Before Ulli went back to Vienna, I received an extremely beautiful bouquet made with exotic flowers, an appreciation that I will never forget. I kept the lucky bamboo of the bouquet.

I met her two more times in 2004. Once at an event with my boss and then at a dinner in Graz. Again, an evening that I remember well. On that occasion, she gave me a book that she had written – Diary of Recovery – about her cancer. With a personal dedication. I was deeply touched.

I cried on August 11th, 2005 – when I found out that she had lost the fight and that she had died that day at the age of 42 from her illness.

There are encounters that will stay with you for a lifetime. My ‚bamboo‚ from Ulli is more than 2 meters high now and one of my most cared for indoor-plants …

… ein versprochener Crash-Kurs.

Oder: wie man durch das Bewältigen herausfordernder Situationen den Selbstwert findet.

In dieser Geschichte handelt es sich um einen ganz spezifischen, schnell durchgeführten Einschulungskurs in die EDV und das IT-Business. Das war 2002. Kein Tippfehler!

Ich war gerade dabei, mich beruflich zu verändern. Über neun Jahre war ich in der Lederwaren- und Reisegepäck Branche tätig gewesen und hatte nach Erreichen meines Meistertitels und später Einkaufsleitung eines renommierten Fachgeschäftes in Graz in diesem Fach – zumindest zu dieser Zeit – meinen Zenit erreicht. Ich wollte mehr lernen und vor allem sah ich, dass die elektronische Datenverarbeitung und Informationstechnologie die Zukunft waren. Eine neue Herausforderung. Ein neues Ziel.

Details auslassend, bewarb ich mich von heute auf morgen für eine Stelle als Backoffice Manager in einem kleinen IT-Betrieb und obwohl ich „keinen blassen Schimmer“ hatte und dies auf offen und ehrlich zugab bei meinem Vorstellungsgespräch, war mein Veränderungswunsch anscheinend so überzeugend, dass ich die Stelle bekam.

Ich war hin und weg. Es hat mich fast umgehauen. Es war einfach der Wahnsinn, so happy, war ich. Bei meinem nächsten Gespräch mit meinem zukünftigen Chef, erwähnte ich nochmals meine Unkenntnis – mehr oder weniger über alles, was ich hier zu tun hätte, aber er meinte nur, dass ich mir keine Sorgen machen müsse, jetzt zähle einmal Persönlichkeit und Einstellung zum Job und ich bekäme ohnehin einen Crashkurs mit seiner Hilfe.

1. März 2002. Ich startete.

Telefonjobs, Ablagejobs, Geschäftspartner empfangen. > Wann bekomme ich meine Einschulung? – Später. Seminare koordinieren, Buchhaltungs- und Finanzunterlagenvorbereitung, Angebotsformulierung und Rechnungslegung. Wie war das mit der Einführung ins IT-Business? – Derzeit geht es nicht. Eventmanagement, Marketingstrategien, Content-Management, Fotobearbeitung.  Der Sprung ins kalte Wasser war gelungen. Brrrrr…

Viele Jahre habe ich mit meinem nun Ex-Chef und inzwischen sehr guten Freund Mag. Robert Z. zusammengearbeitet und enorm viel gelernt. Technisch, menschlich, Freude und auch Frust. Wie das so ist. Eines habe ich allerdings nie bekommen – meinen ganz persönlichen Crashkurs. Auf den warte ich noch immer…

Mittlerweile weiß ich, dass diese Art des Lehrgangs, nämlich „Learning by Doing“ der beste meiner Karriere war. Auf sich selbst verlassen, Intuition und Talent folgen und gesunden Menschenverstand walten lassen. Unbezahlbare Lektionen im praktischen Leben.

Selbstwert ‚erfährt‘ man durch Erfahrung und sich den Dingen zu stellen müssen.

Danke Robert!


… a promised crash course.

Or: how to find self-worth by coping with challenging situations.

This story is about a very specific, quick training course in EDP and IT business. That was in 2002. No typo!

I was just about to change my career. I worked in the leather goods and luggage industry for more than nine years and had reached my zenith in this field – at least at that time – after achieving my master’s degree and later purchasing management of a renowned specialized shop in Graz. I wanted to learn more and most of all I saw that electronic data processing and information technology were the future. A new challenge. A new goal.

Leaving out details, I applied overnight for a position as a back-office manager in a small IT company and although I had „no clue“ and admitted this openly and honestly during my interview, my request for change was apparently so convincing that I got the job.

It almost blew me away. It was just amazing; I was so happy. In my next conversation with my future boss, I acknowledged my ignorance again – more or less about everything I had to do here, but he just said that I don’t have to worry, right now it’s my personality and attitude to the job that count and that I would get a crash course with his help anyway.

March 1st, 2002. I started.

Telephone jobs, filing jobs, meeting business partners. > When do I get my enrollment again? – Later. Coordinating seminars, preparing accounting and financial documents, formulating offers and accounting. How about that introduction to IT business? – It doesn’t work right now. Event management, marketing strategies, content management, photo editing. The jump into the deep end was done. Brrrrr …

For many years I worked with my now ex-boss and very good friend, Mag. Robert Z. and learned a lot. Technical stuff, human, joy and also frustration. Just how it is. However, I never got the one thing – my very own crash course. I’m still waiting for it…

I now know that this type of course, namely “Learning by Doing”, was the best of my career. Rely on yourself, follow intuition and talent, and use common sense. Priceless lessons in practical (business) life.

You learn self-worth through experience and having to face things.

Thanks Robert!

… ein kleiner Junge namens Willi.

Willi und wie er zwei Jahrhunderte miteinander verband.

Am St. Peter Friedhof in Graz existiert ein kleines Grab. Ein sehr kleines. Es ist die Ruhestätte für Willi Dewaty – geboren am 4.10.1906 und gestorben am 27.3.1907. Der kleine Mann war also nicht einmal 6 Monate alt geworden. Die Grabinschrift sagt „Hier ruhet unser unvergeßliches Kind“ und Ruhe sanft – Auf Wiedersehen. Es müssen also seine Eltern gewesen sein, die das Baby dort verlassen mussten. Wie tief berührend. Wie schlimm. Man hofft, dass der Säugling nicht leiden musste. Die Eltern taten es sicher.

Ende der 1970er Jahre, ich war selbst noch ein Kind, begannen meine Eltern, sich um dieses kleine Grab zu kümmern. Es war verwahrlost unter einer schönen großen Pinie, am Rande des Gehweges des Friedhofs, benachbart zwischen zwei schön gepflegten Gräbern. Efeu hatte sich dicht über den Grabstein gewoben, den mein Vater dann einmal begann durchzuputzen und die Inschrift freizumachen. Damit war der Auftakt gemacht und seit dieser Zeit kümmert sich meine Familie um dieses kleine Grab. Schließlich steht am Stein geschrieben […] unvergeßliches Kind […]. Das ist es, auch wenn wir es nicht kannten.

Über Jahrzehnte haben wir versucht, herauszufinden, ob es noch Verwandte gibt. Vergeblich. Die letzte Ruhestätte des Buben war nicht einmal in den Friedhofs- und Grabkataster eingetragen. Somit adoptierten wir mehr oder weniger dieses Kleinkind, denn in unseren Herzen war es längst.

2019 sollte kommen und plötzlich ein Schock:

Auf dem Grabstein fanden sich plötzlich Aufkleber der Friedhofsverwaltung, das Grab auflassen zu wollen. Gleich am nächsten Tag des Entdeckens setzten wir alle Hebel in Bewegung, dies zu verhindern. Das Grab schien ja offiziell nicht auf; es war gar nicht so einfach, dieses Unterfangen zu bewerkstelligen. Aber „wo ein Willi ist, ist auch ein Weg„.

Wir ließen das Grab eintragen, und haben es nun einmal für weitere zehn Jahre bezahlt. Gemeinsam, als Familie. Derzeit betreue hauptsächlich ich das Grab; nicht nur, weil ich in Graz wohne, sondern einfach, weil mir die Geschichte gut tut, und ich hier meinem 2018 verstorbenen Vater so nahe bin wie sonst nirgends. Ich führe weiter, was er begonnen und mit meiner Mutter über mehr als 40 Jahre redlich gemacht hat.

Niemand ist vergessen, solange man an ihn denkt…

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… a little boy named Willi.

Willi and how he connected two centuries.

There is a small grave at the St. Peter cemetery in Graz. A very small one. It is the resting place for Willi Dewaty – born on October 4th. 1906 and died on March 27, 1907. So, the little man wasn’t even 6 months old. The tombstone inscription says, „Here rests our unforgettable child“ and Rest softly – Doodbye. It must have been his parents who had to leave their baby there. How deeply touching. How terrible. One can only hope that the infant did not have to suffer. His parents surely did.

In the late 1970s, when I was a child myself, my parents started watching this little grave. It was neglected under a beautiful large pine tree, on the edge of the cemetery sidewalk, adjacent between two nicely tended graves. Ivy was tightly woven over the tombstone, which my father then began to cut clean to free the inscription. That was the start and my family has been looking after this little grave ever since. Ultimately, it is written on the stone […] unforgettable child […]. Which he is, even if we didn’t know him.

For decades we have tried to find out whether there are still relatives. To no avail. The boy’s final resting place was not even registered in the cemetery and grave cadaster. Therefore, we more or less adopted this toddler because he was in our hearts for a long time.

2019 should come and suddenly a shock:

On the tombstone there were suddenly stickers from the cemetery administration saying they wanted to shut the grave down. On the very next day of this discovery, we heaven and earth to prevent this. The grave did not officially appear, and it was not that easy to accomplish to keep it. But „where there is a Willi, there is also a way„.

We registered the grave and paid for it for another ten years. Together, as a family. At the moment, it is mainly me looking after the grave; not just because I live in Graz, but simply because this story is soothing my heart and here I am closer to my father, who died in 2018, than anywhere else. I am continuing what he started and has done so candidly together with my mother for more than 40 years.

Nobody is forgotten as long as you think of them …